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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
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hensten Organen der deutschen , französischen und eng-lischen Presse die Bestätigung meiner Ansicht wieder-gefunden. Es ist nicht leicht, mit gleicher Gewissheitund Beruhigung über die Neigungen der französischen Politik ein Urtheil abzugeben. Zwar wenn wir nur dienatürlichen Triebfedern in Betracht zögen, welche be-stimmend auf die Nation oder ihrer Herrscher einzu-wirken verdienten, so müssten wir schliessen, dass denEinen wie dem Andern zur Selbsterhaltung der Eriedegeeigneter Erscheinen sollte, als der Krieg. Auch ver-mögen wir weder unten noch oben eine solche Herr-schaft blinder Leidenschaft zu entdecken, dass wir ver-anlasst würden zu glauben, diese drohe es über dienatürlichen Interessen davonzutragen. Zu der vielfachverbreiteten Ansicht, dass das herrschende System ausFurcht vor revolutionären Gefahren und um diesen einAbleitungsmittel entgegenzustellen, versucht sei, sichin einen Krieg zu stürzen, fehlt die erste nothwendigeVoraussetzung, nämlich das Vorhandensein einer solchenRevolutionsgefahr. Gleichwohl wird man sich von dieserSeite vorerst keinem allzugrossen Sicherheitsgefühl hin-zugeben wohl thun. Das Kaiserthum ist auf alle Fällemehr als der preussische Thron von Einflüssen um-geben, welche vielleicht nicht so sehr die Macht, aberdoch recht deutlich die Lust haben, es zu einem Kriegzu verführen. Diese Einflüsse sind zunächst in den