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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
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macht pro Jahr 750,000 Thlr. Nun bietet Ihr im Tarifnoch an, den Reiszoll herabzusetzen; der Ausfall würdebetragen 428,000 Thlr. Nehmt diese Herabsetzung zurückund legt ihren Betrag zu den 750,000 Thlr. Erhöhung,macht in Summa 1,178,000 per Saldo Saldorum denStaatskassen einen Profit von 140,416 Thlr. gegen ihreneigenen Vorschlag. War das billig gesprochen? War dasgesprochen, wie es Leuten zukommt, die Einsicht anneh-men? Ich dächte doch. Und zum Beweise: aller Welt wares recht. Von den meisten Mitgliedern des Zollbundes-rathes behaupte ich es, ohne Widerspruch zu fürchten:sie wünschten es sehnlichst, sie die doch kein Vaterherzfür das Zollparlament zu haben brauchten. Aber GrafBismarck setzte seinen Kopf auf und sagte:Der Bienmuss, Oder sollen wirs ernst nehmen, wenn er uns erklärenlässt:Der Tarif istuntheilbar! Ganz oder gar nicht! Reis-zollverminderung herauslassen geht nicht an ? Von derEinen und untheilbaren Republik hab ich einmal gehört,aber vom Einen und untheilbaren Tarif nimmermehr!Der Bien also hat nicht gewollt. Es giebt Leute, diedas für ein Unglück halten. Ich aber sage: Das Uebelist vorerst, dass ein Mann, der so grosse Verdiensteund Geistesgaben und so fruchtbares Ansehen hat, auffalschen Wegen wandelt. Und ihm darin Widerstandzu leisten, ist eine eiserne Nothwendigkeit, die überdie anderen geht. Wir müssen den Bundeskanzler