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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
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der eisernen Pforte der Competenz Schildwache steht,ihn unerbittlich zuriickweisen. Da führe ich z. B. schonlange eine Idee mit mir herum die einer Clavier-steuer! Angenommen diese fände Ihren Beifall, und.dadurch ermutliigt, möchte ich beantragen, statt desLichtes den Schall zollpflichtig zu machen, so würdeauch hier die unglückselige Beschränkung auf Zölle,Zucker, Tabak und Salz mir schon die blosse Erwähn-ung dieses Auswegs im Parlament verbieten. Unddennoch wäre er vielleicht so uneben nicht. Berechnungen,die ich guten Grund habe, als zuverlässig anzusehen,haben ergehen, dass über das Zollvereinsgebiet vonder Ostsee bis zu den Alpen etwa ViermalhunderttausendClaviere jeden Alters und Geschlechts im Gang sind.Nehmen wir davon auch dreissig Tausend herunter,welche als Handwerkszeuge der Musik- und Tanzlehrersteuerfrei sein sollen, so gut wie die Metzger- undSchäferhunde, so blieben immer noch 370,000, welcheman in verschiedenen Abstufungen mit einem bis vierThaler im Jahr belegen könnte, und welche, auch nurbei einem Durchschnitt von zwei Thalern, 740,000 Thlr.,also beinahe das Aequivalent des Petroleumzolles ergäben.Ich müsste es den besonderen Fachstudien überlassen,zu bestimmen, ob man die Instrumente nach dem Alter,oder nach dem Umfang oder vielleicht mittelst einerControle (entsprechend den Gasuhren), je nachdem