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aus der tollen Vervielfältigung unserer parlamenta-rischen Körperschaften. Woher die Zeit nehmen undnicht stehlen? könnten unsere Vertreter auf Bemer-kungen, wie die obige, antworten. Bei den nament-lichen Abstimmungen des Zollparlaments ergab sichdiesmal ein Präsenzstand von beiläufig 24.5 Anwesen-den. Also fehlten 128, oder etwas mehr als der dritteTheil von der Gesammtzahl und das noch in denwichtigeren Sitzungen und Momenten. Eine repräsen-tative Versammlung, in der ein solcher Bruchtheil sichder Mitarbeit entschlägt, ist schon in ihren eigenenAugen entkräftet und entwerthet. Die Lücken auf denBänken predigen die Vergeblichkeit des Mühens. Alsovor der Zeit erkaltet und ermattet, sieht dann einParlament den letzten Tag seiner Berathschlagungheranbrechen. Da herrscht dann gerade so viel Auf-merksamkeit und Arbeitsernst, als in der Klasse wäh-rend der letzten Lehrstunden vor dem Beginn der Ferien.Wer nicht schon leibhaftig draussen schweift, der thutes doch im Geiste.
Diesmal ausnahmsweise begann der letzte Tagmit einem grossen Anlauf. Es war ja der entschei-dende, an dem noch einmal die Petroleumsteuer indie Schranken geführt werden sollte. Graf Bismarckwar endlich erschienen nnd alle Herren von, auf undzu waren herbeigeblasen worden zum letzten. Sturm.