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Und als diese Schlacht geschlagen, folgte natürlich aufdie aussergewöhnliche Spannung eine entsprechendeAbspannung. Das nun war der Augenblick, in welchemdie Reihe an die Behandlung sämmtlicher Petitionenkam. Nicht bloss der letzte Tag, sondern des letztenTages letzte, matte, geduldlose Stunde. Wie kollertenda Gerechte und Ungerechte im gleichen Galopp zurGrube hinab. Kaum dass es gelang, dem Arm desTodtengräbers eine Minute zu wehren, als zwischendem Mann aus Württemberg, welcher das Parlamentzu einer Nationalmassregel gegen die Maikäfer auffor-derte, und der Frau aus Schlesien , welche zu ihremPrivatvergnügen nach einem Hochverrathsprozess gegendie Breslauer Zeitung begehrte, ein Anliegen der aller-gewichtigsten und dringlichsten Natur an die Reihe ge-langte. Es handelte sich um nichts Geringeres, als umdie Reform des deutschen Miln z wesens. Eine Frage,so schwierig, so brennend, so inhaltsschwer und ver-hängnisvoll, dass man eben so gut ihrethalben alsder Zölle wegen ein besonderes Parlament berufenkönnte. „Zeit ist Geld,“ sagt der Amerikaner undwill damit das Nachdrücklichste zu Gunsten der Zeitgesägt haben. Menschlicher noch und richtiger viel-leicht wäre zu sagen „Geld ist Zeit,“ denn Zeit ist jaLeben. Wie viel Zeit und Kraft verschwendet nichtdie deutsche Nation tagtäglich dadurch, dass ihr Geld-