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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
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des Handelstages zu unterstüzen: deutsche Münzeinheitauf Grund des Dezimalfusses, Anbahnung der Goldwäh-rung und wo möglich Verst ändigung mit den übrigen Nati-onen. Doch alle diese Bemühungen mussten sich mit einemüber die Maassen bescheidenen Resultat genug seinlassen. Als der bewusste letzte Tag herangerücktkam, drängte sich unabweisbar die Erkenntniss auf,dass das Haus einer gründlichen und würdigen Be-sprechung dieser Sache nicht mehr Stand halten würde,und ihre besten Freunde riethen, sie lieber in ganzflüchtiger Weise empfehlend zu berühren, als durchden misslungenen Versuch einer gebührenden Erörte-rung sie in ihrer Stellung zur Oeffentlichkeit zu schä-digen. Darum begnügte sich der Referent, kurzerHand die Annahme eines Beschlusses zu befürworten,den schon der Reichstag vordem gefasst hatte, und derin allgemeinen Ausdrücken die Münzreform empfahl.Nur damit über die Anschauung der Bittsteller undihrer Freunde kein Zweifel übrig bleibe, unternahm iches mit wenigen Worten, Fürsprache für die Inbetracht-nahme der Goldwährung einzulegen. Und da dieserzwar kurz, aber mit Entschiedenheit vorgetragene Ge-danke aufmerksames und beifälliges Gehör fand, sobleibt immerhin das gewonnen, dass das Zollparlamentdie Regierungen aufgeiordert hat, sich nun endlich ein-mal ernstlich mit einer deutschen Münzreform zu he-