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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
146
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scher über die andern Menschen gesetzt sind , nichtMenschen seien wie die Anderen, sondern Götter.In dem Augenblicke, da das deutsche Episcopat ver-ständige Anstrengungen macht, im Interesse der katho-lischen Religion den Papst und seine Rathgeber vonder Verkündigung der neuen Lehre abznhalten, in diesemAugenblick erblicken die Gegner des deutschen Natio-nalstaates in der römischen Glaubenspolitik ihre ersteund stärkste Verbündete. Man muss sagen: der Augen-blick ist gut gewählt!

Ihr zweites Zion ist die österreichische Mo-narchie. Diese ist in so unglücklicher Lage, dass estrotz aller ihrer Sünden grausam erscheinen könnte,das jammervolle Bild ihres unaufhaltsam hereinbrechen-den Untergangs zu entrollen. Erinnern Sie sich noch,wie jüngst die Schützen gen Wien pilgerten? Dortsollte das Morgenroth der deutschen Wiedergeburt auf-gehen, von dort her aus engster Verbrüderung mit demösterreichischen Kaiserthum die Kraft des deutschenReiches entspringen. Nicht zwei Jahre sind vergangenund wie hat der Engel der Vernichtung aufgeräumt indiesen Kreisen! Die Wehr und Waffe, welche das deut-sche Reich decken sollte, sie ist zu Schanden geworden,zuerst an der widerspänstigen Laune eines kleinenBergvolkes. Aber der muthwillige Holm dieses unbe-zwungenen Aufstandes war nur das Signal der Em-