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Bündniss mit Oesterreich als den Fels der deutschen Zukunft anzupreisen.
Nicht besser steht es mit der dritten Allianz, aufwelche unsere „Unversöhnlichen“ sich stützen wollen,nämlich mit der europäischen Revolution. DerNabel- und Mittelpunkt dieser Revolution ist bekannt-lich Frankreich, und, wie allbekannt, haben die letztensechs Monate den Beweis geliefert, dass die Revolutionin Frankreich an Boden und Anhang unendlich vielverloren hat. Bereits am Neujahrstage 1867 schriebich Ihnen: „die Barrikaden des Bürgerthums sind fort-an wahrscheinlich in die geschichtlichen Raritätensamm-lungen verbannt, grade wie vor vierhundert Jahrendie zweihändigen Schwerter und gewichtigen Panzerdes Ritterthums vor dem bürgerlichen Feuergewehr zuScharteken wurden.“ Diese Auffassung ist durch dieWendung der französischen Politik besiegelt worden.An Lust zum Versuch hat es nicht gefehlt, aber dierevolutionäre Methode ist für die Aufgaben der Gegen-wart nicht mehr zureichend und verliert darum täg-lich an Anhang. Jede Zeitrichtung hat ihr Ideal insich, und an idealem, verehrungswürdigem Gehalt hates der Aera der Revolutionen wahrlich nicht gefehlt.Aber wenn, nachdem die Zeit für eine Richtung vor-über, ihr Ideal noch fest gehalten wird, verfällt es derRomantik, und seine Anhänger verfallen der edelkomi-