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Ich komme zu dem Wichtigeren.
Den grössten Wert lege ich darauf, festzustellen, dass Sieaussagen: ,,Die Schlusssätze der Schrift werden jeden denken-den Landwirth oder Industriellen zum Bimetallisten machen."Die Schlusssätze stellen als Wirkungen des Bimetallismus Folgen-des fest: „Eine Schuldenentlastung einerseits und einen vorüber-gehend gesteigerten Unternehmergewinn auf Kosten des Arbeits-lohns andererseits", mit einem Wort: ungerechtfertigte Vorteilefür einzelne Klassen auf Kosten der Allgemeinheit. Sie in-sinuiren nun unseren „denkenden" Landwirten und Industrielleneine Gewissenlosigkeit sondergleichen, wenn Sie ihnen unter-schieben, dass sie sich durch die Aussicht auf einen ungerecht-fertigten Vortheil zu einer schweren Benachteiligung der Ge-samtheit verlocken lassen könnten, zu einer Massregel, welcheallem Gerechtigkeitsgefühl und aller Ehrlichkeit ins Gesichtschlagen würde. Zugleich entschleiern Sie damit die wahrenZiele Ihres Bimetallismus. Wenn Sie behaupten, die Aussichtauf eine durch Geldverschlechterun«' herbeizuführende Schuld-
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entlastung auf Kosten der Gläubiger und Steigerung des Unter-nehmergewinns auf Kosten des Arbeitslohnes müsse jedendenkenden Landwirth oder Industriellen zum Bimetallistenmachen, dann gestehen Sie damit ein, dass Sie die Geldver-schlechterung, die Schuldentlastung, die Steigerung des Unter-nehmergewinns unter Herabdrückung des Arbeitslohns erstreben.Ihre Gegner werden Ihnen dankbar sein, dass Sie damit Ihrearbeiterfreundliche Maske endlich fallen lassen.
Weiter möchte ich Sie, hochverehrter Herr, auf ein kleinesVersehen aufmerksam machen, das Ihnen bei der Besprechungunterlaufen ist. Mit einer gewissen Ironie schreiben Sie:
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„Ich hebe nur noch hervor, dass die Silberentwertungnach Ilelfferich ein mächtiger Schutz für die deutsche Land-wirtschaft ist, denn sie hindert, dass das Goldkapital in IndienAnlage sucht, dort Eisenbahnen baut und mithin die indischeProduktion und den indischen Export verstärkt. — Gewiss ein„verilucht gescheiter Gedanke".
Ich bin weit entfernt, mir Verdienste anzumassen, welchemir nicht zukommen, und infolge dessen bin ich gerne bereit,die^Ehre, diesen „verilucht gescheiten Gedanken" in Deutschland zuerst ausgesprochen zu haben — Ihnen, hochverehrter Herr.