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tragsteiler, Dr. Budolf Meyer, Herrn Bamberger auf Pistolenforderte, wich dieser mannhaft zurück und betheuerte, HerrnMeyer garniclit gemeint zu haben. Sein Organ aber, die „National-zeitung“, bezeichnete entrüstet die Herausforderung als einAttentat auf die parlamentarische Bedefreiheit, als die Ein-führung „amerikanischer Sitten“. „Findet sie Nachahmung“,ruft das jüdische Blatt aus: so würde man gut thun, Bow-dies und Pistolenschützen in den Eeichstag zu wählen,statt Männer, welche das öffentliche Wohl zu vertreten haben.“Die Juden können eben Alles vertragen, nur keine Schiess-gewehre.
Herr Ludwig Bamberger , und mit ihm die „liberale“ Presse,leiden an einer grossartigen, Begriffsverwirrung, wenn sie solcheBlätter, welche die manchesterliche Misswirtschaft enthüllen,die Ausplünderung des Volks durch Gründer und Börsianer ver-dammen — als „Eevolverpresse“ bezeichnen. Zur Bevolverpressegehören vielmehr die Börsenblätter, welche gegen Geld undgute Worte den frevelhaften Schwindel unterstützt und geför-dert haben, welche von den grossen Banquiers und Bankinsti-tuten einen Jahressold von je Tausenden- und Zehntausendenregelmässig bezogen und zum Theil noch beziehen; welche vonjeder Gründung ihren Antheil, haar oder in Actien, erhielten,und wenn sie ihn nicht erhielten, wie echte Presspiratenvorgingen, so lange drohten und scandalirten, bis ihnen derMund gestopft wurde. Zur Bevolverpresse gehören die Blätter,welche für die Gründungen des Herrn Ludwig Bamberger dieunverschämteste Beclame machten, und diesen Finanzkünstlerverschiedentlich als Ersatzmann für den Finanzminister Camp-hausen empfahlen.
Doch ich will von meinen Artikeln erzählen. Die Zu-schriften an die Bedaction der „Gartenlaube“ wurden häufigerund heftiger. Eine solche Epistel, unterzeichnet: Fr. Willi.Schmidt, erklärte meine Mittheilungen für lauter erstunkeneLügen, und behauptete namentlich, ich hätte die. Einnahmender „Nationalzeitung“ für Gründungs-Inserate viel zu hochgegriffen. Eine Seite Annoncen koste, wenn das Inserat wieder-holt werde, nicht 125, sondern nur 75 Thaler, und der grosseModewaarenliändler Budolf Hertzog, der wöchentlich mehre Malinserire, zahle sogar noch weniger als 75 Thaler pro Seite.