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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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mit einem namhaften Gründer direct in Verbindung,oder sie übertrugen die Vermittelung einem Agenten,der sich nun von beiden Theilen eine erklecklicheProvision ausbedang. Wollte der Besitzer oder derAgent die Gründung selber in die Hand nehmen, somusste er Verbündete und Patrone' gewinnen, die manan der Börse kannte und respectirte. Es musstenNamen augekauft werden, und diese waren nicht billig.So bot man dem Chef eines Bankhauses, wenn er denihm vorgelegten Gründungspnospect mit unterzeichne,die runde Summe von 10,000 Thalern. Aber er ent-gegnete mit vornehmem Lächeln, dass seine Unter-schrift für diesen Preis noch nicht zu haben sei.

Wie es Gründerbanken gab, so gab es auch eineganze Anzahl von Personen, die das Gründen als Be-ruf erfassten, und dabei so gut fuhren, dass sie balddie öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zogen. In einerfragt die damals auf der Krollschen Bühne erschien,Posse, der Vater seinen Sohn:Was willst Du werden?

Gründer! ruft der kleine Bursche, zum Entzückendes Publicums, das wüthend Beifall klatschte. Vondiesen professionellen Gründern hatten Manche ihr ,besonderes Fach. Der Eine gründete hauptsächlichBauvereine, der Zweite Brauereien, der Dritte Banken,