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bald „Märkische Todtengniberei“ benamst — war bloseine Torfwiese, und noch dazu eine sehr fragwürdige,welche Herr Jean Frankel den Actionären mit 210,000Thaler in' Rechnung stellte. Diese Summe war sohaarsträubend, dass selbst der Vorbesitzer darob er-schrak — wiewol auch er die Torfwiese gewiss nichtbillig abgegeben hatte — und in einem verschämtenanonymen Inserat das auf „Märkische Todtengräberei“begierige Publikum höflichst einlud, sich nach derMoritzstrasse 5, parterre links, bemühen zu wollen,wo man ihm über die Gründung reinen Wein ein-schenken werde.
Herr Jean Frankel aber, obgleich er nur zu denGründern zweiter oder gar dritter Classe gehört, ver-dient etwas näher in’s Auge gefasst zu werden. Erist nämlich ein Mann von Charakter und Consequenz.Andere seiner Berufsgenossen haben, sei es aus Laune,sei es aus Versehen, mitunter eine mehr oder minderlebensfähige Gesellschaft in die Welt gesetzt. Dasaber that Herr Jean Frankel, gleichsam des Principswegen, nie. Unter den faulen Gründungen der Schwindel-periode sind die von ihm begangenen mit die faulsten.Sie stinken sämmtlich zum Himmel. Selbst die Börse,die in solchen Dingen nicht wählerisch, nicht ekel ist,
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