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Aber Eins verargen wir Herrn Jean Frankel. Dasist sein Verhalten gegen den Koch von Ritzewoller.In dem koscbern Restaurant Ritzewoller pflegte HerrJean Frankel nach vollbrachter Arbeit seine Gründungs-Diners zu geben, mit seinen Verbündeten zu tafeln.Der Koch des Hauses war, trotzdem er wenig überZwanzig zählte, in seiner Kunst ein Meister; und auchder Champagner von Ritzewoller suchte seines Gleichen.Der Koch verlor leider seine Stelle, und da liess ersich’s einfallen, im Namen des Herrn Jean Frankel,den er wohl kannte, einen Zettel zu schreiben undvon Ritzewoller sechs Flaschen Champagner — vomBesten — zu verlangen. Er erhielt sie und trank sieaus. Alsbald kam die Fälschung an den Tag; natür-lich durch die Schuld des Herrn Jean Frankel, derdie ihm vorgelegte Rechnung nicht bezahlen wollte;sondern es kalt mit ansah, dass man den jungenKoch der Justiz überlieferte und ihn nach der Strengedes Gesetzes verurtheilte. Bei Gott, das war nichtschön von Herrn Jean Frankel! Wie? Einen armenTeufel wegen sechs Flaschen Champagner in’s Zucht-haus schicken zu lassen, wenn man selber Flora, Ber-liner Weissbier, Charlottenburger Baugesellschaft und„Märkische Todtengräberei“ auf dem Gewissen hat?!