clon Genuss, man verkümmerte ihm des Leibes Nahrungund Notkdurft. Besonders geschah dies mit einemArtikel, der neben dem Brode, im täglichen Haushalteine Hauptrolle spielt.
In ganz Deutschland steigert sich seit länger alsdreissig Jahren der Bier-Consum, ist namentlich dassogenannte „Bairisch “ zu einem Nahrungsmittel füralle Classen geworden. Bis 1870 war es durchwegein reines gehaltvolles Getränk; mit dem Gründungs-schwindel verlor es sofort und reissend an Geschmackund an Güte; und wenn es sich auch nach dem „Krach“wieder etwas verbessert hat, so giebt es doch immernoch viel zu klagen.
In Berlin wurde ehedem ein gutes, ja vortreffliches„Bairisch “ verschänkt. Eine Reihe hiesiger Brauereien,wie die von Schwendy, Lipps, Ahrens, Wagner, Patzen-hofer, lieferten ein Fabrikat, das in Stadt und Provinzeinen [wohlverdienten Ruf genoss. Auch das „Actien-
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Bier“ von Tivoli hatte zahlreiche Liebhaber. Tivoli,1857 begründet (nicht „gegründet“), war lange dieeinzige Actienbrauerei. Erst 1869 trat Friedrichs-hain , vormals Lipps, hinzu — eine blosse Umwandlung;schon eine Vorgründung, besorgt von Banquier Rauff,