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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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den höchsten Stand. Erst hinterher, unter der Directionvon F. Goldschmidt und Paul Potocky-Nelken, fiel mitder Dividende auch der Cours, und die Actien nehmennicht mehr die erste, sondern nur noch die vierte oderfünfte Stelle ein. Unter Patzenhofer betrugen die Di-videnden 187073 durchschnittlich 10 Prozent; nachseinem Tode gab es pro 1874 nur noch 8 Prozent,und das laufende Jahr warf sogar nur 5 Prozent ah.

Wie es hei den Bier-Gründungen sonst, für ge-wöhnlich zugegangen ist, hat ein Herr Bötzow verrathen,der sich 1871 von der Vereinigung der Brauereibesitzertrennte, und damals Folgendes erzählte:

Man hatte ihm für seine Brauerei, um dieselbe zugründen, die enorme Summe von 300,000 Thaler ge-boten. Der Commissionair, der das Geschäft vermittelte,beanspruchte für sich die Kleinigkeit von 25,000 Thaler;der eigentliche Leiter oder Hauptgründer verlangte50,000 Thaler, die Banquiers oder das Börsen-Consor-tium forderten 200,000 Thaler; so dass ein Actien-capital von 600,000 Thalern ausgeworfen werden sollte. Herr Bötzow hatte den Muth, abzulehnen; aberviele seiner Collegen warfen sich den Gründern mitWollust in die Arme.

Alle jene Bier-Gründungen auch die, deren