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tige Haus etwas unehrerbietig, aber mit anerkennens-werther Unbefangenheit und Offenheit, den Palast derPrinzessin — Mumpitz; welches Wort ungefähr so-viel wie — Schwindel bedeutet.
Noch sind die dreizehn Thüren (eine ominöse Zahl!),welche in das Vestibül führen, geschlossen, aber schonkauern und lungern davor Zeitungsjungen, Apfelsinen-mädchen, Dienstmänner etc. Die von dorischen Säulengetragene Vorhalle füllt sich alsbald mit Börsenleuten,welche sofort an’s „Geschäft“ gehen.
Schon um 11 Uhr beginnt hier draussen die Vor-börse. Sie wird officiell nicht anerkannt, man legtihr blos einen Privat-Charakter bei; aber sie kümmertsich nicht darum,, sie hat trotzdem ihre volle Bedeu-tung. Schon hier wird eifrig gehandelt, ununterbrochenCours auf Cours gemacht; schon hier treffen telegra- <phische Depeschen von der Wiener Vorbörse ein; schonhier entscheidet sich häufig, ob die Börse „fest“ oder„matt“, „animirt“ oder „lustlos“ wird, ob eine „Hausse“oder eine „Baisse“ heranzieht, oder gar der Teufel losist — eine „Panique“ droht, welche die Course pro-centweise stürzen lässt.
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Die Herren, welche so früh versammelt sind, ge-hören der Coulisse an. Es sind im engern Sinne,