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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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man verliert, kann man in einer Stunde mehr verlieren,als man überhaupt besitzt. Das Börsenspiel ist so hals-brecherisch und gemeingefährlich, dass es die Regierun-gen nimmermehr dulden sollten. Trotzdem hat es unterden manchesterlichen „ Volkswirthen“ seine „wissen-schaftlichen“ Vertheidiger, seine begeisterten Lobrednergefunden. Herr Dr. Otto Michaelis, „correspondirendesMitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaftenin St. Petersburg “, Vortragender Rath im Reichskanzler-Amt und die rechte Hand von Excellenz Delbrück , hateinen Aufsatz geleistet: „Die wirthschaftliche Rolle

des Speculationshandels“*), worin er nachweist, dassauch das reine Differenz- oder Spielgeschäft durchausberechtigt, ja erspriesslick ist, indem es Handel undVerkehr „regulirt“, Umschläge ausgleicht und Stockun-gen beseitigt; indem es den Interessen des Publikumsdient, „einen Theil der unvermeidlichen Verluste von

den Privatinhabern auf die Börse abwälzt“.-

Die Börsenspieler, und namentlich die Fixer, welchedie Course gewaltsam herunterreissen, sind also ebensolche Wohlthäter der Gesellschaft, wie die Gründer!

Allerdings gelten die Zeit- oder Differenzgeschäfte

„Volkswirthschaftliche Schriften“ von Otto Michaelis ,Bd. 2, Berlin 1873.