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II. KAPITEL.
Hausindustrie reicher, da die Kleinbetriebe von 3—7 Ma-schinen keinerlei Veränderung erfahren hatten. So betrug1890, wenn wir von den 1444 in Zürich und anderenSchweizer Kantonen aufgestellten Maschinen, worübernähere Angaben fehlen, absehen, der Prozentsatz der inder Hausindustrie betriebenen Maschinen 60,39 °/n, oderum mit positiven Zahlen zu reden, von 19 923 Maschinenwaren 12 033 in Händen von Einzelstickern, und nur 7890standen in Fabriken. 1
Untersuchen wir jetzt, welche Thatsachen diese merk-würdige Erscheinung hervorriefen. Wir betrachten die Sacheam besten von zwei Gesichtspunkten aus, einmal, indemwir fragen: Warum wurden die Fabriken entsprechend demzeitweise doch sehr stark vermehrten Bedarf nicht ver-grössert und nicht nur keine neuen angelegt, sondern dieZahl derselben in letzter Zeit sogar noch verringert? undindem wir uns ferner eine Antwort zu geben suchen aufdie Frage: Wie war es möglich, die Maschinenstickerei zueiner der Fabrik gegenüber nur allzusehr konkurrenzfähigenHeimarbeit zu machen? Aus den beiden Antworten zu-sammen werden wir uns dann ein richtiges Bild der Gründe,die die eigentümliche Umwandlung verursachten, konstruierenkönnen.
Die Ursachen, die die Fabrikanten von einer Ver-grüsserung bezw. Neuaufstellung von Etablissements ab-sehen Hessen , sind verschiedener Natur.
Zeitlich wohl die ersten Momente, die in die Auf-stellung von Fabriken ein langsameres Tempo brachten,waren die wechselnden Konjunkturen und der Umstand,dass die Fabrikbesitzer anfangs der 70er Jahre grösstenteilseinen guten Teil ihrer Selbständigkeit eingebüsst hatten,oder doch wenigstens dieser Gefahr entgegengingen.
Was die wechselnden Konjunkturen anbetrifft, so sahenja die Fabrikanten aus der Geschichte der Kettenstich- undPlattstichhandstickerei, welchen Änderungen der Begehr
1 Von letzteren befanden sieb in Fabriken von 8 und mehr Ma-schinen 5282 — 26,51%, in Etablissements mit 3—7 Maschinen 2608 ------
13,10% der Gesamtzahl.