GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG UHR MASCHINENSTICKEREI. 21
die diese Entwicklung begünstigenden Gründe einer Be-trachtung unterziehen.
Bei ihrer Entstellung schien die Maschinenstickerei sichlediglich zu einer Fabrikindustrie ausbilden zu wollen, aberschon in den 60er Jahren tauchten Kleinbetriebe mit 10und weniger Maschinen auf, und bald stellten sich auchdie Hausindustriellen, die Einzelsticker, wie auch wir sienennen wollen, ein. Auffällig aber wurde ihre Zahl erstin den 70er Jahren, wo sie innerhalb kurzer Zeit in ganzgewaltiger Weise Zunahmen, während die Erstellung vonneuen Fabriken und die Vergrösserung von alten im Gegen-satz zu früheren Jahren ein langsameres Tempo einschlug.Zum Belege seien einige Zahlen angeführt:
1872 zählte man 7 °/o Einzelsticker1876 „ „ 10 „
1880 „ „ 39,5
Allerdings ist hierbei zu bemerken, dass die Zahlen von1872 und 1876 zu niedrig gegriffen sind, da damals dieBesitzer von 2 Maschinen zu den Fabrikanten gezähltwurden. Aber selbst obigen Fehler in Anrechnung ge-bracht, hatten sich doch die Einzelsticker innerhalb dieseracht Jahre um sicher das Siebenfache vermehrt, währenddie in den Fabriken aufgestellten Maschinen, die sich von5936 auf 8525 gehoben hatten, nicht einmal um die Hälftegestiegen waren. Bis 1880 ist aber doch wenigstens nochkeine Verminderung der letzteren bemerkbar. Von da abbis 1890 erfolgt indes die erstaunliche Vermehrung vonMaschinen nicht nur lediglich durch die Hausindustrie,sondern diese nimmt auch noch einen Teil der Fabrik-maschinen in sich auf. Wir sehen einzelne Fabriken ganzverschwinden, andere ihre Maschinenzahl verringern. Nichtweniger als 43 Anlagen, die über 8 Maschinen beschäftigten,gingen während dieser Periode ein, und die Zahl der inEtablissements von dieser Grösse aufgestellten Stickstühleverminderte sich um 673, während ihre totale Vermehrungin dieser Periode 6540 betrug. Um diese grosse Summezusammen mit obigen 673 Maschinen war nun lediglich die
1 Inklusive Vorarlberg.