Von den ersteren beiden wird freilich der gute Arbeiterkaum betroffen, desto schwerer aber lasten sie auf demmittleren und schlechten, also auf der Mehrzahl der Sticker.Kämen indes Abzüge und Retournierungen nur bei schlechterArbeit vor, wären sie nur ein Ausdruck des durch dieFehler des Arbeiters hervorgerufenen Minderwertes derWare, oder stellten sie den Verlust dar, der durch ver-spätete Lieferung dem Kaufhaus entsteht, so wären nichtviel Worte darüber zu verlieren. Kein Arbeiterfreundkönnte etwas dagegen ein wenden. Aber leider wird dieSache in der Praxis von vielen Firmen anders betrieben.Sind wirklich Fehler vorhanden, so werden Abzüge gemacht,die in gar keinem Verhältnis zu den Mängeln stehen, undsehr oft wird, trotzdem an der Ware kaum etwas auszu-setzen, sie jedenfalls nicht unterwertig ist, der Sticker mitstarken Abzügen belastet. Mit Recht wird auch darübergeklagt, dass der Sticker für Fehler verantwortlich gemachtwird, die gar nicht durch seine Schuld verursacht sind. So,wenn er infolge der von unreellen Zwirnereien falsch undwillkürlich vorgenommenen Numerierung der Garne wohl dievorgeschriebene, aber eben deswegen falsche Nummer gewählthat, so auch, wenn seine Stickerei dem Muster, dessen kleineDetails manchmal aus der Zeichnung nicht genau zu ersehensind, nicht völlig entspricht. Beide Fehler, namentlich derletztere, könnten durch den Arbeitgeber, dem sie natürlichso wenig wie dem Sticker direkt in die Schube zu.schiebensind, vermieden werden. Er brauchte nur ein Stück desFadens und einen kleinen Streifen des gestickten Mustersmit dem Auftrag hinauszugeben.
Die verschiedensten Jahrgänge der „Stickerei-Industrie“wimmeln geradezu von Klagen über das Abzugswesen, dasnach dort aufgestellten Behauptungen den Arbeiter manch-mal um die Hälfte seines Lohnes bringt. Ein so ungerechtesVerfahren ist natürlich nur dem schlechten Sticker gegen-über anwendbar, der die Qualität seiner Arbeit nicht richtigbeurteilen kann, und der ausserdem, was am meisten insGewicht fällt, leicht zu ersetzen ist. Bleibt nämlich einvon solchem Gebaren betroffener Arbeiter weg, so ist das