65
Angaben gar keinen Ausdruck: Das Schwanken des Stich-lohns und die Abzüge bezw. Retourwaren und Nachstick-belastungen.
Die Gleichmässigkeit der per 100 Stich gezahltenLöhne, die während der zweiten Hälfte der 80er Jahredurch künstliche Mittel herbeigeführt war, ist mit demVerbände gefallen, und wenn auch jetzt nicht mehr solcheSchwankungen wie in den 70er Jahren Vorkommen, dieLöhne sich vielmehr stets auf. einer ziemlich tiefen Stufehalten, so sind doch während eines Jahres Unterschiededa, die mit einem Betrag von 50—100 Fr. das Budget desArbeiters nicht wenig beeinflussen.
Von welch tiefem Einfluss die Abzüge u. s. w. aufden Lohn sind, haben wir schon oben des näheren aus-einandergesetzt.
So lassen viele wichtige Thatsachen es wünschenswerterscheinen, eine genaue Angabe der thatsächlich in einemJahre gezahlten Löhne zu erhalten. Die geeignetste Person,hierüber Auskunft zu geben, wäre der Arbeiter, denn erallein wäre zugleich in der Lage, die Zahl der Arbeitstageund -stunden mitzuteilen. Wie aber bereits bemerkt, führendie Arbeiter höchst selten Buch, so dass es mir bis jetztnur in einem einzigen Fall gelungen ist, von dieser SeiteAngaben, die nicht lediglich geschätzt sind, zu erhalten,ich musste mich daher an die Arbeitgeber und Ferggerwenden, die aber mit verschwindenden Ausnahmen nichtgeneigt waren, mir ihre Bücher zu einer Einsichtnahmezu überlassen. Was ich ausziehen konnte, lasse ich untenfolgen. Trotzdem mir in den meisten Fällen nicht genaubekannt ist, wie regelmässig der betreffende Sticker seinerArbeit obgelegen hat, so erhält man doch ein richtigeresBild als aus den früheren Schätzungen. Die Zahlen sindaus den Jahren 1890—92 und stammen aus allen Teilendes Gebiets. Für die nötigen Auslagen setze ich in allenFällen, wo nicht ausdrücklich etwas anderes bemerkt wird,folgende Summen an, die ich unter der Rubrik „allgemeineAnslagen“ zusammenfasse :
Swaine, Die Arbeitsverhältnisse der Einzelsticker in der Schweiz. 5