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Die Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse der Einzelsticker in der Nordostschweiz und Vorarlberg / von Alfred Swaine
Entstehung
Seite
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V. KAIITIX.

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betrag von Fr. 1,15. Und doch sind alle Angaben fürmittlere Sticker und für die gleiche Arbeitszeit von 11Stunden gemacht. Das Auffälligste ist dabei, dass mir diehöchste Ziffer von einem kundigen und sehr glaubwürdigenManne aus einem Teil der Schweiz angegeben wurde, wonotorisch keineswegs gute Sticker wohnen. Zur besserenBeleuchtung dieser Frage führe ich die wohl auf Grundvon ziemlich umfangreichem Material aufgestellten Angaben,die ich in der Litteratur gefunden habe, an.

Sturzenegger nimmt 2000 Stich

Dr. Wartmann 20002500

> Dr. Schüler 2000-2200

Nüsperli 2500

an. Also auch hier eine Differenz von 500 Stich. 1

Erscheint es schon nach dem, was wir bis jetzt ge-sehen haben, schwer, auf diesem Wege sich ein genauesBild von dem jährlichen Verdienst eines Stickers zu machen,so wird die Schwierigkeit noch vergrössert durch die Un-gewissheit über die Zahl der jährlichen Arbeitstage. Einmalist der Ausfall von Arbeitszeit durch öffentliche Leistungenzu berücksichtigen, da in so demokratisch regierten Kan-tonen wie St. Gallen, Tlmrgan und vor allem Appenzell dereinzelne oft durch die verschiedensten Ehrenämter der Arbeitauf mehr oder weniger Stunden entzogen wird. Es liegtauf der Hand, dass derartige Tage dann nicht selten ganzverloren sind. Auch sind die häufigen militärischen Ein-ziehungen, wie sie das Milizsystem mit sich bringt, und fürden katholischen Teil der Sticker die aussersonntäglichenkatholischen Feiertage oft der Grund für längere und kürzerePausen. Oh die stets angeführte Zahl von 300 Arbeitstagenim Jahr der Wirklichkeit entspricht, fragt sich daher umso mehr, als gegenwärtig wenigstens grosse und kleineKrisen die Regelmässigkeit der Beschäftigung sehr beein-trächtigen.

Zwei wichtige Einflüsse aber finden in den obigen

1 Vergl. hierzu ferner die differierenden Angaben in Quellen-angabe No. 27 Seite 96.