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Erläuternd bemerke ich, dass dieser Sticker nochAckerbau treibt und die geringere Höhe einiger Unkostendarauf beruht, dass er den Arbeitsraum mit mehrerenanderen Hausindustriellen teilt. Der niedrige Garnverbraucherklärt sich daraus, dass er 22 Tage Spezialitäten, also mitGarn des Kaufmanns gestickt hat.
Für die Grobsticker stehen mir nur Zahlen aus dembereits erwähnten Schriftstück der Vorarlbei’ger Handels-kammer zu Gebote. Diese sind dort als der Verdienst vonmittelmässigen Stickern angegeben, dürften also dem all-gemeinen Durchschnitt der Grobsticker entsprechen.'
Verdienst des A. Brutto 1490 Netto 056 Fr.
» B.
„ 1374 ,
581 „
» c.
„ 1337 „
565 „
, D.
„ 1293 ,
551 ,
Was diese Zahlen, deren Spärlichkeit wohl keinerweiteren Erklärung und Entschuldigung bedarf, bedeuten,würde wohl durch Anführung einiger Haushaltungsbudgetsam klarsten werden. Da solche aber in Stickerkreisen nichtgeführt werden, so wird ein Blick auf die Löhne andererIndustriezweige der Schweiz noch die beste Belehrung geben.Für diese sind mir leider nur Tagesverdienste zugänglichgewesen, so dass wir behufs eines Vergleichs unsere Löhneauf den Tag reduzieren müssen. Allerdings entsteht dadurcheine Ungenauigkeit, aber diese fällt bei der Relativitätsolcher Vergleiche nicht ins Gewicht. Wartmann 1 2 giebt für1880 den täglichen Verdienst in der Weberei folgender-massen an: Webermeister 4,40 — 5,00; Weber 1,60—-3,00;Zeltler 2,00 —3,00; Schlichter 3,40—5,00; Färber 2,20—3,20;Appreteur 1,60 -3,00; Mechaniker 3,50—6,00; Tagelöhner1,80—3,25 Fr. Nach dem gleichen Autor schwankt der Tages-verdienst in der Spinnerei zwischen 2,50 und 3,80 Fr., inder Bleicherei zwischen 3,00 und 4,00 Fr., in der mechani-schen Weberei 1,80—3,50 Fr. und in der hausindustriellen
1 Was ein schlechter Sticker in Österreich jährlich an Lohnerhält, kann ich nicht mitteilen, da sich der Berichterstatter damalsscheute, die Ziffern zu veröffentlichen.
2 Vergl. Quellenangabe No. 2, S. 127,