SCHLUSS.
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als wegen der Feinheit der gekauften Produkte — dasNeueste und Beste in Modespezialitäten bezieht eben auchheute noch die ganze civilisierte Welt auf dem Umweg überParis — ein gern gesehener Abnehmer. Man erkannteauch in der Schweiz von Anfang an die Folgen, die einderartiger Handelskrieg für die Stickerei haben müsste,ohne aber bei der herrschenden, stark schutzzöllnerischenTendenz in Frankreich daran etwas ändern zu können.
Wie die Zollpolitik Amerikas gewirkt hat und nochwirken wird, ist nicht ganz klar. Die diesseits des Ozeansso gehasste Mc Kinley Bill, die den 6. Oktober 1890 inKraft trat, erhöhte den Wertzoll auf Stickereien von 40%auf 60 %. Man wird nun bei oberflächlicher Beobachtunggeneigt sein, das von 1891 ab erfolgende Sinken der Aus-fuhrziffern lediglich auf Rechnung dieses Faktors zu setzen.
Sehen wir uns vor allem einmal diese Ziffern an, wobeiwir nur für das Jahr 1890 berücksichtigen müssen, dass eszur Vergleichung nicht mit herangezogen werden kann, weilin seinen ersten 9 Monaten aus leicht erklärlichen Gründenaussergewöhnlich exportiert wurde. Laut der amerikanischenKonsularstatistik betrug der Export an Maschinenstickereien:1888: 27 628 850 Fr.
1889: 27 256 286 „
1890: 31 679 246 „
1891: 23 478 007 „
1892: 22 758 588 „
Nun kann man aber den Ausfall von 1891 und 1892 gegen-über 1888 und 1889 nicht lediglich auf den Zoll schieben,ein guter Teil des Rückgangs ist durch die Laune der Modehervorgerufen, wie man aus dem verminderten Bedarf derganzen Welt ersieht. Und es dürfte richtig sein, auch dieverringerte Einfuhr Nordamerikas mehr dem Wechsel derMode als seiner Zollpolitik zuzuschreiben, denn diese wirdso lange keinen grossen Schaden ausüben, als nicht inAmerika selbst die Produktion von Stickereien in grösseremMassstab an die Hand genommen wird. Diese Gefahr trittaber erst plann ein, wenn es dem Dampf gelungen ist,billiger als die Hand die Stickmaschine zu bewegen.