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Die Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse der Einzelsticker in der Nordostschweiz und Vorarlberg / von Alfred Swaine
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SCHLUSS.

Wenn auch nicht wichtiger, so doch für uns viel in-teressanter als die eben angestellten Betrachtungen ist dieFrage: Wer wird siegen in dem Kampfe, der zwischenFabrik und Hausindustrie in der Maschinenstickerei aus-gefochten wird?

Wir lassen hier natürlich ausser Betracht, dass eineDampfstickmaschine erfunden wird, die unter Berücksich-tigung aller Faktoren wirklich billiger arbeitet als dieheutige Maschine. Dass dann die Fabrik Siegerin seinwürde, unterliegt keinem Zweifel, wie dies wahrscheinlichauch eintreten würde, wenn es gelingen sollte, die Heim-arbeiter unter das Fabrikgesetz zu stellen. Wenigstens sprichtfür Letzteres bis zu einem gewissen Grade die Erfahrung:In den Zeiten des Verbands, wo die Einzelsticker sich frei-willig ähnliche Beschränkungen auferlegen Hessen , wie siedas Gesetz den Fabriken vorschreibt, war die Position derFabriken merklich gefestigt worden. Die Hausindustriebreitete sich zwar immer noch aus, aber die Auflösung vonFabriken hatte doch Ende der 80er Jahre ein langsameresTempo eingeschlagen. Auf diese Thatsache mag sich wohldie Behauptung eines Fabrikinspektors stützen, es sei anzu-nehmen, dassdie Hausstickerei immer mehr an Terrainverliere". 1 Das ist nun sicher übertrieben, auch zu Ver-bandszeiten war von einem Vordringen der Fabriken gegen-über der Hausindustrie nichts zu merken, aber es warendoch der umgekehrten Bewegung einigermassen Zügel an-gelegt. Seit 1892 aber, wo der Einzelsticker wiederarbeitet, so lange er will, soll nach der Versicherung derInspektionsbeamten die Umwandlung der Fabrik in dieHausindustrie wieder merkliche Fortschritte machen. Wennnicht alles trügt, so geht die Entwicklung in dieser Rich-tung noch eine Zeit lang weiter. Schlechte Zeiten zu-sammen mit der Konkurrenz der Heimarbeit drängen denFabrikanten umsomehr zurück, je mehr er den selbständigenUnternehmercharakter verliert. Das ist aber mehr undmehr der Fall, ich verweise nur auf die Entwicklung, die

Vevgl. Quellenangabe No. 8, Jalirg. 1888/89, S. 3.