SCHliUSS.
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sich von 1872 — 90 vollzog. Während 1872 nur 56 "’n allerMaschinen im Besitz von Lohnstickern d. h. solchen waren,die lediglich die Aufträge der Kaufleute ausführten, stelltesich 1890 diese Zahl auf 91,5 °/o. 1 Indes ist doch, auch wennalle Verhältnisse so bleiben, wie sie heute sind, dieser Um-bildung der Fabrik in die Hausindustrie eine Grenze ge-zogen. Sie wird sich nicht bis zur gänzlichen Vernichtungder Fabriken fortsetzen. Diese haben eben den Vorzug,dass der Kaufmann sich hei ihnen im allgemeinen auf eineexakte Ausführung und prompte Innehaltung der aus-bedungenen Lieferfristen verlassen kann. Diese Gewissheitaber fehlt dem Verkehr mit den Einzelstickern. Nament-lich für die Wichtigkeit des letzteren Punktes scheint, denfortwährenden Klagen der Kaufleute nach zu urteilen, denHausindustriellen meist das Verständnis abzugehen. Aberauch der Vorwurf der grösseren Nachlässigkeit wird ihnen,verglichen mit den Fabrikstickern, wohl mit Recht gemacht.Eine Überwachung bei der Arbeit ist ja ausgeschlossen, undeine kurze Anleitung, die ihnen wohl der Fergger gebenkönnte, ist meist undenkbar, da diese Vermittlerperson inzahlreichen Fällen von der Stickerei rein gar nichts ver-steht. Dazu kommt noch, dass das Gros der Einzelstickerim Besitz von schlechten Maschinen ist, sei es, dass sie die-selben bewusst oder unbewusst schon alt kauften, sei es, dasssie aus Mangel an Mitteln nicht in der Lage sind, die nötigenReparaturen vornehmen zu lassen. Die Heimarbeiter be-streiten freilich energisch, schlechtere Arbeiter zu sein alsdie Fabriksticker, und innerhalb der Klasse der Feinstickertrifft es wohl auch nicht zu, aber was den Durchschnitts-sticker anbetrifft, muss sich die Sache nach den Aussagen,die mir gemacht wurden, doch so verhalten. Am bestensei das, so sagte man, an solchen Arbeitern zu bemerken,die früher in der Fabrik beschäftigt gewesen und dann nachErwerb einer Maschine Hausindustrielle geworden wären.Sehr oft könne man dann im Vergleich zu früher einegrössere Nachlässigkeit in der Arbeit konstatieren. Also
Vergl. das Nähere hierüber S. 32.