2. DIE ENTWICKLUNG DER BANK.
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amt in Algier Anweisungen auf Paris erhalten konnte. IhrenGegenwert zahlte er dafür bei der Bank von Algerien , welchedie Kassengeschäfte des kolonialen Schatzamts führte, in bar ein.Die vom Handel für die Rimessen bei der Bank eingezahltenSummen tilgten das oben erwähnte Defizit der Kolonie, indemsie das Guthaben der Kolonie bei der Bank verstärkten. AufGrund dieses Bankguthabens hätte der französische Staat dieBank verpflichten können, dem Handel jederzeit und unentgelt-lich Rimessen auf Frankreich zu liefern. Man begnügte sichaber 1900 mit der halben Maßregel, die Bank zu bestimmen,in Algier, Oran , Böne und Philippeville ihre Noten bis zumBetrage von 1000 fr. jeder Person, die ihre Abreise nach Frank-reich nachweist, auf Verlangen gegen Noten der Bank vonFrankreich zum Parikurse einzutauschen. 1 ) Da der französischeFinanzminister schon 1899 angeordnet hat, daß die Anweisungenauf das Schatzamt in Paris ohne Prämie oder höchstens unterAbzug einer proportionellen Stempelgebühr abgegeben werdensollen, so beträgt, so lange die Bank solche Anweisungen ab-gibt, der Maximalwechselkurs für Rimessen auf Frankreich , diegewöhnlich 6 Tage nach Ausstellung fällig sind, 3°/o, das ist derBetrag der Stempelgebühr.
Manche hatten gehofft, den Wechselkurs zwischen Frank-reich und Algerien ganz beseitigen zu können durch Errichtungeiner Filiale der Bank von Frankreich in Algier . Aber die Er-fahrung hat gelehrt, daß die Eingeborenen in Algerien die Notender Bank von Algerien nur deshalb in Zahlung nehmen, weilsie gewisse arabische Zeichen und Merkmale tragen, die es denEingeborenen ermöglichen, den Wert der Noten zu erkennen.Die Noten der Bank von Frankreich wurden, wenn überhaupt,nur gegen ein Disagio genommen. Wenn die Bank von Frank-reich nun für ihre eine Zeitlang projektierte Filiale in Algier besondere Noten mit arabischen Zeichen ausgegeben hätte, sowürden diese ohne weiteres ein Agio gegenüber ihren nur fürden Gebrauch im Mutterlande bestimmten Noten erzielt haben. 2 )
') Parlamentarischer Bericht von Moigne a. a. O.2 ) Brice, Parlam. Bericht 1879, a. a. 0.
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