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Die Wirkungen des Schutzzollsystems in Deutschland / von Georg Gothein
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neten die Agrarier eine wütende Agitation gegen diese Zollermäfsi-gung, die zu dem Bülowsclieu Zolltarif von 1902 führte, in demdie Mindestzölle für Weizen auf 5,50 Jl , für Roggen auf 5 Jl, fürHafer auf 5 Jl , für Malzgerste auf 4 Jl heraufgesetzt wurden.In dieser Höhe nur für Futtergerste ist der Zoll auf 1,30 Jlermäfsigt worden sind sie auch heut durch die neuen Handels-verträge bestätigt worden.

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Die Agrarzölle haben die steigende Einfuhr landwirtschaft-licher Erzeugnisse nicht verhindern können. Hinsichtlich des Ge-treides ist diese natürlich in weitgehendem Mafse vom Ernteausfallabhängig, aber selbst in Jahren sehr reicher Ex-nten ist in Weizenund Gerste eine steigende Mehreinfuhr erforderlich:

ln Weizen stieg sie von 1889 bis 1907 von 516 887 t auf2 454 845 t 1 ) und der Einfuhrüberschufs immerhin um 1,65Millionen t sein Wert um 305 Millionen Jl.

In Roggen dagegen ist die Einfuhr zurückgegangeu, die

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Ausfuhr gestiegen, und zwar erstere von 1 059 000 t auf 608 267 tder Einfuhrüberschufs minderte sich um 690 000 t, sein Wert um70 Millionen Jl. 1908 überwog erstmalig die Ausfuhr mit 594 528 tdie Einfuhr um 247 640 t, dem Werte nach um 36,4 Millionen Jl.

In Gerste dagegen stieg die Einfuhr 18891907 von 651 000 tauf 2 115 000 t 2 3 ) der Einfuhrüberschufs sogar um 1 487 000 t, seiuWert um 200 Millionen Jl.

In Hafer wuchs der Eiufuhi'überschufs von 18891906 von257 700 t auf 401 000 t, der Wert um 15 Millionen Jl.

1907 war nach einer Rekordernte die Haferausfuhr um 125 000 tim Wert von 2,33 Millionen Jl höher als die Einfuhr. In 1908

l ) 1908 betrug die Einfuhr nur 2 090 544 t. Der Einfuhrüberschufs

verminderte sich um 520 000 t, sein Wert um 57 Millionen JC.

3 ) 1908 betrug die Einfuhr 1985 629 t. Der Einfuhrüberschufs warum 72 600 t, sein Wert um 33 Millionen JC niedriger als 1907.