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Gegenaktion in Zerschlagung grofser Güter und polnischer Be-siedlung eiugeleitet worden.
Durch alle diese Vorgänge ist in den letzten Jahren die Ten-denz zur weiteren Konzentration des Grundbesitzes etwas aufge-halten worden. Aber doch sind in Preufsen von 1891—1903nur 137 618 ha zu Renteugütern aufgeteilt worden, während alleindie Fideikommisfiäche von 1896—1903 um 188 000 ha zunahm.Cnd da, wo diese planmäfsige „innere Kolonisation“ von Staats-wegen nicht vorgenommen wird, dürfte eine weitere Zunahme desGrofsgrundbesitzes stattgefunden haben.
So hat denn auch von 1895 auf 1907 die Zahl der selbstän-digen Landwirte in Deutschland von 2 568 725 auf 2 500 974 alsoum 67 751 oder 2,64 % abgeuommeu, die des Aufsiehtspersouals(Wirtscbaftsbeamteu) um 2639 = 2,7 % zngenommen.
Agrarischerseits wird der Rückgang der landwirtschaftlichenBevölkerung auf die durch die Capriviscbe Handelspolitik bewirkteHerabsetzung der Zölle und die damit verursachten niedrigenPreise landwirtschaftlicher Produkte zurückgeführt. Die Periode Izwischen den Berufszählungen von 1882—1895 ist aber im wesent-lichen die der Bismarckscheu Schutzzollpolitik, die II von 1896bis 1907 die der Caprivischen. Wenn in die erstere auch einigeJahre der letzteren fallen, so findet das seinen Ausgleich dadurch,dafs der letzteren zwei Jahre Bülowscher Zölle zngehören. DieFehlerquellen auf beiden Seiten gleichen sich also aus. Nun notierteBerlin im Durchschnitt in den Perioden: Roggen: I: 146,07 Jl ,II: 145,15 Jl ; Weizen: I: 170,07 Jl , II: 170,4 Jl; Hafer:I: 135,9 Jl , II: 143,7 Jl; Gerste (Leipzig ): I: 160 Jl , II: 163,14 Jl;Speisekartoffeln: I: 41,07 Jl , II: 43,34 Jl; Rinder: I: 109,8 Jl ,II: 125,4 Jl; Schweine: I: 100,13 Jl , II: 107,8 Jl; Wolle:I: 267,8 Jl , II: 280,7 Jl.
Nur in Roggen ergibt sich also ein geringfügiger Rückgang,der aber nur in dem exorbitanten Preis des Hungerjahres 1891