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mit 211,2 Jl seinen Grund hat. Da aber der Ernteertrag eineSteigerung von mindestens 15 % erfahren hat, so weist die Ca-priviperiode gegenüber der vorangegangeuen der steigenden Agrar-zölle wesentlich günstigere Einnahmeverhältnisse für die deutscheLandwirtschaft auf.
Das künstliche Hochhalten der Getreidepreise durch die Zöllebewirkt eine ungesunde Ausdehnung des Getreidebaues. Als inder ersten Hälfte der 90 er Jahre in den verschiedensten Bundes-staaten eine umfassende Enquete über das Yorhandeusein und dieUrsachen einer Notlage der deutschen Landwirtschaft von seitender Bundesregierungen veranstaltet wurde, ergab sich, dafs, woein solcher bestand, er seine Ursache in einer übermäfsigeu Aus-dehnung des Getreidebaues und im ungenügenden Bau von Futter-gewächsen und in zu geringer Viehhaltung hatte.
Nichtsdestoweniger erhöhte man auf das Geschrei der Agrarierhin weiter die Getreidezölle. Trotzdem bedeutende Flächen durchdie Ausdehnung der Städte und Industrieorte, durch die Erweite-rung des Eisenbahn- und Strafsennetzes fortwährend der landwirt-
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schaftlicheu Benutzung entzogen werden, hat die mit den vierHauptgetreidearten bestellte Fläche von 1896 auf 1906 noch um360 625. ha, die mit Kartoffeln, dem Schatten des Getreidebaues,bestellte um 249 211 ha zugenommen, während die gleichzeitigeZunahme der Wiesenfläche nur 42 000 ha betrug.
Die Zunahme der Getreidefläche ist zum gröfsteu Teil aufdie Inangriffnahme von Weiden und Hutungen, sowie von Ödlandund ehemaligen Waldungen zurückzuführen, bei denen natürlichdie Produktionskosten nach dem Gesetz vom abnehmenden Boden-erträge wachsen und nur bei ungesund hohen Getreidepreisen einGetreidebau lohnt.
Die Konservierung des landwirtschaftlichen Grofsbetriebes be-deutet aber auch einen entschiedenen Stillstand in der landwirt-schaftlichen Produktivität. Zwar ist der Ernteertrag in dem ge-