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Die Wirkungen des Schutzzollsystems in Deutschland / von Georg Gothein
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nannten 10jährigen Zeitraum bei Roggen von 14,3 dz (ä 100 kg)auf 15,8 dz, bei Weizen von 17,7 auf 20,3 dz, bei Sommergerstevon 16,5 auf 18,3 dz, bei Hafer von 15,00 auf 20,07 dz pro hagestiegen, aber 1906 war ein hervorragend gutes Erntejahr; auchergibt die neuere Schätzung höhere Resultate als die frühere.Dieselbe Fläche vermag jedenfalls im arbeitsintensiven Kleinbetriebganz andere Werte hervorzubringen, als im zwar kapitalintensiven,aber arbeitsextensiveu landwirtschaftlichen Grofsbetriebe. Insbe-sondere ist die Viehhaltung im Grofsbetriebe eine aufserordentlichgeringe: Nach der Viehzählung von 1895 kam bei den Betriebenüber 100 ha auf den Hektar landwirtschaftlich benutzter Fläche24,99 Stück Rindvieh, 11,35 Schweine, 78,73 Schafe, bei denenzwischen 20 und 100 ha 47,12 Stück Rinder, 26,93 Schweine,35,45 Schafe.

Hei denen von 520 lia 04,05 Rinder 43,31 Schweine 19,25 Schafe- 2- 5 - 85,30 - 71,17 - 14,89

-unter2 - 78,26 - 191,66 - 31,39

Der Schwerpunkt der deutschen Landwirtschaft liegt un-zweifelhaft in der Viehzucht. Nach Erhebungen über die durch-schnittlichen Einnahmen landwirtschaftlicher Betriebe aus demVerkauf selbsterzeugter Produkte ergab sich, dafs nur 26,4 v. H.aus dem Verkauf von Getreide, 16,3 v. H. aus dem von Hack-früchten, dagegen 40,6 v. H. aus den Produkten der Viehzuchtstammten. Dabei waren bei den Erhebungen ganz überwiegendGrofsbetriebe und grofse Mittelbetriebe berücksichtigt, diekleinen Betriebe und kleineren Mittelbetriebe mit starker Vieh-haltung sehr vernachlässigt worden. Man wird deshalb mitSicherheit aunehmen können, dafs höchstens 18 v. H. der Ein-nahmen der deutschen Landwirtschaft aus dem Verkauf von Ge-treide, dagegen 50 v. H. aus dem von Vieh und tierischen Er-zeugnissen stammen.