Halbzeug, 409 083 t Roheisen. Sein Roheisenbedarf für die Aus-fuhr von Eisen und Eisenwaren dürfte in 1906 mindestens5 Millionen t betragen haben, wozu noch rund 300 000 t Eisenin Maschinen, Fahrzeugen und Instrumenten kommen, die einenRoheisenbedarf von nahezu dem dreifachen erfordert haben werden,sodafs man aunehmen kann, dafs fast die Hälfte der deutschenRoheisenproduktion in verfeinerter Form zur Ausfuhr gelangt.
Nötigte die Technik dazu, für die Erzeugung der schwerenWalzwerksartikel, Schienen, Schwellen, Träger, Facoueiseu dieRoheisenproduktion mit Stahlwerk und Walzwerk in einem Betriebezu vereinigen, so war das für die feineren Walzeisenfabrikate:Feinblech, Stabeisen, Draht, kein Bedürfnis. Erst der Schutzzollzeitigte auch hier die Betriebskonzentration. In den ersten beidenJahrzehnten kam er meist im Preise weder des Roheisens, nochdes Halbzeuges, noch des Fertigfabrikates zum Ausdruck; da dieProduktion den inneren Bedarf überstieg, so führte die Konkurrenzzur Bildung eines natürlichen Preisniveaus. Erst als in der Mitteder 90 er Jahre sich die Eisenindustrie zu Kartellen zusammen-schlofs, gelang es, den Zoll im Preise zum Ausdruck zu bringen.Diese Kartelle wurden aber wohl für Roheisen, Halbzeug, Schienen,Schwellen, Radsätze, Träger, also für die grofsen schweren Massen-artikel, die im wesentlichen nur von wenigen „gemischten Werken“hergestellt werden, gebildet, nicht aber für die verfeinerten Walz-werkserzeugnisse, Stabeisen, Grob- und Feinblech, die auch vonden kleinen, sogen, „reinen Walzwerken“ fabriziert werden. Die„gemischten Werke“, die diese Artikel ebenfalls herstellen, habenkein Interesse daran, sie zu kartellieren; einmal wollen sie miteinem Teil ihrer Produktion nicht gebunden sein, sondern freieHand behalten; des anderen liegt ihnen nichts daran, die Kon-kurrenz der „reinen Walzwerke“ auf die Dauer zu erhalten. Dieseaber, die auf den Kauf von Roheisen und Halbzeug angewiesensind, müssen dafür die hohen Kartellpreise bezahlen, während die