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Die Wirkungen des Schutzzollsystems in Deutschland / von Georg Gothein
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sie 671 191 t, im Depressionsjahr 1902 ging sie auf 116 245 tzurück. Sie war 1900 gröfser als selbst im Jahre 1873, trotzdeminzwischen der Zoll von 10, Jt pro t die Einfuhr erschwerte.Zweifellos hat dieser die Einfuhr ausländischen Roheisens nachDeutschland wesentlich eingeschränkt. Dessen Anteil an derdeutschen Eisenversorguug geht, wenn auch in Schwankungen,ständig zurück. Der Rückgang würde noch wesentlich gröfsergewesen sein, wenn nicht die deutschen Roheisensjndikate dieInlandspreise so hoch gehalten hätten, dafs die Einfuhr immernoch lohnend gewesen wäre. 1 )

Die Selbstkosten der lothringischen, luxemburgischen undSaar-Werke und des von Peine-Ilsede, sind so aufserordentliekniedrig, dafs sie die der billigst produzierenden amerikanischenWerke kaum übersteigen dürften.

Die technische Entwicklung hat dazu geführt, das Fertig walzenin einer Hitze auszubildeu, wodurch eine grofse Ersparnis anBrennmaterial und an Arbeitskräften erzielt wird; das setzt aberdie Vereinigung von Hochofen werk, Stahlwerk und Walzwerk ineiner Hand voraus. Dadurch sind die Selbstkosten der deutschen gemischten FlufseisenwaDwerke sehr ermäfsigt worden, was ihneneinen umfangreichen Export von Halbzeug, Schienen, Schwellenund Trägern, Fafoneisen usw. ermöglicht. Allein an Halbzeugwurde in einzelnen Jahren bis 638 000 t (1903) ausgeführt, währenddie Ausfuhr von Schienen und Schwellen bis auf 535 000 t (1906)stieg. Insgesamt führte lediglich an WalzwerkserzeugnissenDeutschland 1906 nicht weniger als 2 163 000 t aus, dazu 966 359 t

| ') Augenblicklich sind die Roheisensyndikate durch das Vorgehen

des I-Iochofenwerks Kraft bei Stettin gesprengt. So lange wir aber denhohen Roheisenzoll haben, ist deren Neubildung nur eine Konjunktur-frage. Der Stahlwerksverband, der Halbzeug, Schienen, Schwellen,Träger die sogen. A-Produkte syndiziert hat, besteht unverändertweiter.