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Tendenz haben, direct oder indirect, der Specnlation Milliarden anWerthen und die zu ihrem Umsatz erforderlichen Circulationsmittel zu-gänglich gemacht, welche früher ganz oder doch grösstentheils ausserderen Bereich geblieben waren. Hierin, nicht etwa in einer beson-deren Verderbniss des Zeitalters, wie die Moralisten klagen, liegt derletzte Grund, weshalb die Klasse der Spieler und Speculanten seit zweiDecennien so bedeutend gestiegen ist und leider auch diesen Geist im-mer mehr in die Kreise der arbeitenden Bevölkerung hineingetragen hat.
Es ist allerdings, insbesondere in bewegten. Zeiten, nicht leicht, dieCriterien festzustellen, wo Arbeit und Spiel, Werthvermehrung und un-fruchtbare Vergeudung von Kapital und Kraft, sich scheiden. In gleichenFormen vollzieht sich der nutzenbringende, wie der unfruchtbareAustausch der Werthe, und die Uebergänge von fruchtbarer zu un-fruchtbarer Arbeit und Capitalverwendung sind so unmerklich, dassman nur in den Extremen die Kluft erkennt, welche beide scheidet.Viele Menschen glauben, es sei gar kein Gegensatz vorhanden, wenner ihnen nicht an bestimmten Punkten fassbar entgegentritt; sie merkenes wohl, wenn sie plötzlich um eine Ecke biegen, aber nicht, wennder Weg in allmähligen, kaum merkbaren Krümmungen eine ver-änderte Richtung einschlägt. So führen unmerkbare Uebergänge ausder Arbeit in das Spiel, aus dem soliden Handel in die waghalsigeSpeculation, aus der vernünftigen Creditbenutzung in den leichtsin-nigen Creditmissbrauch, aus der besonnenen Anlage der Ersparnissein die Agiotage und das Differenzgeschäft, ohne dass sich mit Be-stimmtheit der Punkt bezeichnen lässt, wo die berechtigte Speculationauf hört und das Hazardspiel beginnt. Die Vereinigungspunkte derGeldkräfte, die Börsen, bilden den Hauptschauplatz, wo sich dieseUebergänge vollziehen, und mit dem Ueberhandnehmen des Specu-lationsgeistes (aus Anlass der geschilderten Vermehrung der Specu-lationsobjecte) musste sich daher auch deren Physionomie wesentlichverändern. Die Aufnahme der Reportirungen unter die regelmässigenBörsengeschäfte, die sich in den fünfziger Jahren von Paris , haupt-sächlich nach dem Vorgang des Credit mobilier, hierher verpflanzte,bildet den Ausgangspunkt der speculativen Ausschreitungen derdeutschen Börsen, welche in den Jahren 1855/56 das Vorspiel zuder Orgie von 1872/73 feierten.
Als örtliche und zeitliche Vermittlerin zwischen Nachfrage undAngebot an Capital, als Vereinigungspunkt der Kräfte für Ausführunggrossartiger Operationen, nützlicher Unternehmungen im Gebiete derFinanzen, der Industrie und des Handels, wohnt den in den Bank-
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