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Die wirthschaftliche Krisis / von Wilhelm Oechelhaeuser
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bleibt, die Mehrzahl an die Scholle und an ihren bestimmten Berufgebunden ist, so.sieht sich eine grosse Anzahl von Arbeitern, einenoch grössere von Privatbeamten, endlich die volle Zahl der Staats-beamten, Pensionaire etc. tbatsächlich ausser Stande, aus den gün-stigeren Verhältnissen der Industrie und des Handels irgend eine,oder doch eine den gesteigerten Ausgaben entsprechende Erhöhungder Einnahmen für sich herzuleiten,' während doch ihre Ausgabenfür den bisherigen standesgemässen Lebensunterhalt enorm steigen.Dieses leidende, stumme Gegengewicht muss also von der äusserlichhervortretendj^gtinstigeren Lage der anderen Arbeiter und Beamtenerst in Abzug gebracht werden, ehe von einem überschiessenden Vor-theil der^auf bestimmtes Einkommen, nicht auf Unternehmergewinnangewiesenen Stände gesprochen werden darf.

Wir sehen hieraus, wie die Ungleichheit der Vertheilung, dieVerschiebung der früheren Normal-Gewinne und Einkommen, sichauch in den äusserlich glänzendsten Geschäftsperioden nicht etwabloss durch eine Mehr- und Wenigerbetheiligung an einer allgemeinenGewinnsteigerung characterisirt, sondern wie sie in Wirklichkeit, undin einem von der oberflächlichen Betrachtung kaum geahnten Umfangfür einen grossen Theil der Staatsbürger zu einer Quellerelativer Verringerung ihres Einkommens und absoluterVerringerung ihrer Consumtionsfähigkeit wird.

Bei der wirthschaftlichen Irrelevanz der Preissteigerungen, dienicht zugleich Werthsteigerungen sind, und bei den enormen Ungleich-mässigkeiten, welche jede Krisis nach oben oder unten in die ge-wohnten Gewinn- und Einnahmeverhältnissen aller Klassen hineinträgt, kann demnach der durchschlagende Nutzen einer Hausse-Periode nur in einer bedeutend vermehrten Gütererzeugung ge-sucht werden. Eine solche muss also stattfinden und zwar in hö-herem Maasse als blos zum Ersatz für die socialen und wirthschaft-lichen Nachtheile der geschilderten Beeinträchtigungen, ehe von einemreellen überschiessenden Vortheil für die Gesammtheit die Rede seinkann. Nun ist es gar keine Frage, dass, wenn auch das Maass derGütererzeugung in den disponiblen Menschenkräften und Capitalientheoretisch seine unübersteigliche Grenze hat, dennoch die Praxisniemals a^ dieser äussersten Grenze anlangen wird. Abgesehen vonaussergewöhnlichen Einwirkungen, ist es auch in dem Fortschreitennormaler Zeiten unverkennbar, wie die Kräfte sich immer mehr denBeschäftigungs- oder Kapitalkategorien zuwenden, worin sie sich amhöchsten verwerthen. Man kann niemals sagen, eine bestimmte