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Menschenzahl, im Gesammt-Besitz bestimmter Capitalien (cultivirteLänder, Häuser, Fabriken, Vorräthe, Werkzeuge, Verkehrsstrassen,Circulationsmittel etc.) habe die äusserste Grenze wirtschaftlicherLeistungsfähigkeit erreicht, sei absolut nicht im Stande, eine grössereSumme von Werthen, innerhalb gleicher Zeit, zu erzeugen. DerUnterschied in der Wertherzeugung schlechter und guter Jahre, z. B.im Frieden und im Krieg, ist jedenfalls ein sehr bedeutender. Eineandere Frage aber ist es, ob und wieweit die Gesammtwertk-erzeugung einer Speculationsperiode, einer Haussekrisis,über die Gesammtwertkerzeugung der oben ckaracteri-sirten Periode des normalen Fortsckreitens hinausgehenkann. Wer Preis- und Werthsteigerungen mit einander verwechselt,wer sich von äusserlick hervortretenden Erscheinungen bestechenlässt und die stummen Gegeninteressen, die Kehrseite des glänzendenBildes, nicht aufzuspüren versteht, für den muss es lächerlich scheinen,eine solche Frage überhaupt aufgeworfen zu sehen. Allein wennman am Schlüsse eines solchen Jahres in alle Privatbilanzen, dieauf Grundlage der Tagespreise enorme Vermögenssteigerungennachweisen, die natürlichen Wertlie, die normalen Durchschnitts-preise, worauf jene Tagespreise früher oder später zurtickgehenmüssen, einsetzt, so wird man gewahren, ein wie grosser Theilder geträumten Reichthums Vermehrung aus Illusionen bestand, wieviel Bilanzen, sogar statt des scheinbaren Plus, mit einem wirklichenMinus abschliessen. Geht man der Sache näher auf den Grund, hältman an dem unumstösslichen Satze fest, dass Werthe nur durchArbeit, Werth Vermehrungen also nur durch vermehrte Arbeit entstehenkönnen, untersucht dann Jeder in den Kreisen, die seiner unmittel-baren Beobachtung zugänglich sind, ob und wie viel mehr gegenfrüher gearbeitet worden ist, so bekommt man plötzlich eine ganzandere Ansicht der Dinge. Auch in den normalen Zeiten lagen wederMenschen noch Capitalien müssig. Der Trieb, möglichst viel zu ver-dienen, war voll und ungestört entwickelt. Durch grösseren Gewinnam Umsatz wird aber dieser Trieb an sich nicht verstärkt, ehergeschwächt. Je geringer der Verdienst am Umsatz, desto intensiverist vielmehr der Trieb, durch vermehrte Production zu einem grösserenGesammtgewinn, einer besseren Verzinsung der Anlage- und Betriebs-Capitalien zu gelangen. Immerhin bleibt aber das Bestreben bestehen,der voranschreitenden wirklichen oder speculativen Consumtion durchentsprechende Steigerung der Production zu folgen und den erhöhtenGewinn, multiplizirt durch die erhöhte Production, zu realisiren. So-