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Die wirthschaftliche Krisis / von Wilhelm Oechelhaeuser
Entstehung
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1870 1871 1872 1873 1874

18,14 21,97 1 8,57 20,73 22,86 pCt.

Nach 1870 wurden nur 3 neue Versicherungs-Gesellschaften ander Berliner Börse eingeführt. Sie vertheilten durchschnittlich anDividenden :

1872 1873 1874

5,00 6,00 5,33 pCt.

Die Versicherungs-Gesellschaften bieten demnach ein erfreulichesBild der Unabhängigkeit von Krisen und Speculationen, und reprä-sentiren die höchste Spitze regelmässiger Ertragsfähigkeit deutscherAktien-Gesellschaften. Die Schwierigkeit auf diesem Gebiete mitraschen Erfolgen dcbutiren zu können, hielt das Gründerwesen fern;desgleichen die fortbestehenden gewerberechtlichen Beschränkungenihres Geschäftsbetriebs.

II. Zu den Eisenhahn-Stamm-Actien übergehend, bildendieselben ebenfalls eine besondere Kategorie in ihrem Verhältnisszur Krise und zu dem Gründungsw'esen. Zunächst hatte hierfür dieReform der Actiengesetzgebung keine Bedeutung, indem der Grund-satz der staatlichen Conzessionirung, dessen Wegfall für die sonstigenActien-Kategorien so verhängnissvoll geworden ist, mit all ihren For-malitäten und Bedingungen selbstverständlich in Kraft blieb. Theilsdie Spekulation, theils die wirtschaftlichen Interessen riefen zwareinige und darunter sehr leichtfertige Projecte ins Lehen (der Ber-liner Courszettel nahm deren 5 auf), die aber zum Theil wieder auf-gegeben wurden, zum Theil während der Ausführung ins Stockengerietlien. Die Bauthätigkeit blieb im Wesentlichen auf den Staatund die bestehenden grossen Privatgesellschaften beschränkt, dieallerdings enorme Summen auf Ausdehnung ihrer Eisenbahnnetzeverwandten, die meist durch Obligationen beschafft wurden. Fürdas grosse Publikum war die, schon von 1871 beginnende rückgängigeBewegung in der Dividende der meisten Hauptbahnen (die von 1872ah auch in den Coursen ihren entschiedenen Ausdruck fand), unddie durchschnittlich äusserst geringe Rente fast aller Bahnen zweiten

werth der Zahlen, eine grössere Bedeutung zukommt, als der absoluten Höheder Dividenden, im Verhältniss zum Gesammtkapital. Auch hei den Coursenist also unterDurchschnitt dasarithmetische Mittel zu verstehen. DieUnterschiede zwischen beiden Berechnungsweisen würden übrigens, namentlichbei den Kategorien III, IV und V, welche eine so bedeutende Zahl von Ge-sellschaften umfassen, und worauf es hier besonders ankommt, nur gering-fügige sein,