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Die wirthschaftliche Krisis / von Wilhelm Oechelhaeuser
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schlagen, dass man die Summe des wirtschaftlichen und sozialenUnglücks damit gedeckt erachten könnte, welches jene furchtbarenVerschiebungen und Vernichtungen angerichtet haben. Die Zeichenaber, dass die glänzenden Jahre dieses Unglück schon in ihremSchoosse trugen, sind leider übersehen, sind erst erkannt worden,als es zu spät war.

Ad 2. Wir haben nächstdem der Banknotenpolitik, als einesmitwirkenden Factors in der Entwickelung der letzten Krise gedacht.Ihr schädlicher Einfluss kommt allerdings, seinem Umfang nach, erstweit hinter dem Aktien- und Agiotageunfug, mit dem sie im Uebrigenin trauriger Wechselwirkung stand. Selbstverständlich kannes sich hier nur um die nicht metallisch gedeckten Noten-emissionen handeln.

Die wirthschaftliche Schädlichkeit der ungedeckten Banknotevon Grund aus zu erörtern, bleibt eine der wichtigsten Aufgaben dervolkswirtschaftlichen Organe. In der That herrschen noch heutebei den Massen dieselben, auf der Verwechslung von Circulations-mitteln mit Kapital beruhenden Vorurteile von der Nützlichkeit undwirthschaftlichen Zeugungsfähigkeit fictiver Wertzeichen, von denVortheilen künstlich vermehrter Circulationsmittel, wie sie Law, derVater des Notenschwindels, vor anderthalbhundert Jahren predigte.Und wenn auch die Wissenschaft in ihren hervorragendsten Vertre-tern sich immer entschiedener gegen das Prinzip der fictiven Wert-zeichen ausspricht, so findet sich, gerade in den einflussreichstenStellungen in Staat und Leben, eine grosse Zahl von Männern,welche unter der beliebten Firma derVermittelung zwischen Theorieund Praxis die Banknote theoretisch verläugnen und dennoch unterirgend einem Vorwand praktisch wieder zulassen. Bald soll nur dasUebermaass oder der Zwangscours schädlich, der mässige Gebrauchnützlich sein, wobei freilich in der Auffindung der Grenze zwischenPositiv und Negativ die Logik Schiffbruch leidet und die Willkürfrei erfundener Zahlen an ihre Stelle tritt. Bald soll die Note nurwirtschaftlich fruchtbringend sein, wenn sie gegen Wechsel, wirt-schaftlich schädlich aber, wenn sie gegen Waaren- oder Fonds-deckungen in die Welt gesetzt wird. Bald soll in Normativbedin-gungen Uber die Bedeckung die Bürgschaft für ihre segensreicheWirksamkeit gefunden werden. Kurz, man sucht sich mit tausendSubtilitäten Uber den kühnen Entschluss einer vollständigen Beseiti-