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keit in Industrie und Handel hindern könne, welche die Zeitverhält-nisse im Uehrigen gestatten.
Und überdies überschätzt man diesen Mehrbedarf günstigerZeiten an Geld ganz gewaltig, insofern man nur seine Verwendungin nützlicher Arbeit in’s Auge fasst. Für gewisse Länder, ins-besondere England, mit seinen kolossalen und zeitraubenden über-seeischen Exporten und Importen, steigt allerdings das Geldbedürfnissgünstiger Perioden in ganz anderm Maasse, als bei uns. Und dochfindet in England nur noch eine verhältnissmässig unbedeutende,gegen die Kapitalien der Depositenbanken vollständig verschwindendeAusgabe metallisch unbedeckter Koten statt, deren gänzliche Beseiti-gung, wie sie Peel ursprünglich auch erstrebte, die Verhältnisse dortennur noch gesunder machen würde. Die geringe, oder ganz ausblei-bende Inanspruchnahme von Banknoten, bei den, seit 31 Jahren drei-mal erfolgten Suspensionen der Peel’schen Akte, beweisen am Besten,wie mehr Vorurtheil und Angst, als wirkliches Bedürfniss nach Ver-mehrung von Circulationsmitteln vorhanden gewesen war. Wurdendie zulässigen 15 Millionen Pfd. Sterl. ungedeckter Noten vorher derSpekulation nicht zugeführt, so musste deren Intensität nothwendigeine schwächere bleiben und die Suspensionen wären voraussichtlich,selbst der Form nach, unnöthig geworden.
Wir haben oben dargethan, wie selbst die glänzendsten Zeitensich weit mehr durch Verschiebung, als durch absolute Steigerungder produktiven Thätigkeit (und an dieser allein, nicht an unfrucht-baren Umsätzen hat die Gesammtheit ein Interesse) charakterisiren.Vermehrtem Kapital, vermehrtem Anspruch an Circulationsmittel,vermehrter Arbeiterzahl Eines Gewerbszweiges, wird im Wesentlichenalso eine Verminderung in anderen Anlagen oder Verwendungen ent-gegenstehen. Allein auch hiervon abgesehen, erfordert z. B. derstärkere Betrieb einer Fabrik durchaus keine Vermehrung an Circu-lationsmitteln, die in irgend einem Verhältniss zur Produktionsver-mehrung stände. Ja, viele Erwerbszweige, die ihre Produktionen nurschwierig einschränken können, ohne noch grösseren Schaden zuleiden, bedürfen in schlechten Zeiten, wo sich ihre Lager füllen, mehrGeld und Credit als in den besten Zeiten. Was den Geldbedarfallerdings in stärkerem Verhältniss steigert, sind die höheren Preiseder Rohprodukte, Löhne und Fabrikate. Allein wie hoch man diesauch veranschlagen will: die gleichen Ursachen, welche den Ge-schäftsbetrieb steigerten, erhöhten auch die Summe und die Umlaufs-gcschwindigkeit der zur Disposition stehenden reellen Circulations-