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mittel, oder die Funktionen des sie ersetzenden Kreditsystems, inmindestens gleichem Maasse, so dass hinzutretende fictive Werth-zeiehen günstigsten Falls überflüssig wären, in Wirklichkeit aber nurschädlich eingreifen und den Uebergang aus gesunder Entwickelungin spekulative Uebertreibung einleiten, oder das Metallgeld in’s Aus-land drängen, da sich die Banknote nicht dorthin drängen lässt.Das sicherste indirekte Zeichen aber, dass Gewerbe und Handel mitreellen Circulationsmitteln vollauf versehen sind, bietet der Anblickdes Spekulationsmarktes dar. Sind für ihn überhaupt Geldmittel, überden Betrag der ungedeckten Noten hinaus, vorhanden (und die Cir-culationsmittel, welche 1871/73 die Spekulation in Anspruch nahm,gingen doch in der That weit darüber hinaus), so waren Gewerbeund Handel gewiss vollständig damit gesättigt. Denn das reelleBedürfniss von der einen, grösserer Vortheil von der anderen Seiteziehen das Geld in erster Linie stets in die Atmosphäre der Arbeitund des Austausches materieller Dinge; nur der Ueb er flu ss gehtan die Spekulation, der er nicht als Circulationsmittel, im Sinnedes reellen, wirtschaftlichen Verkehrs, sondern als Betriebskapitaldient.
So steht es mit dem objektiven Bedürfniss für Banknoten.Die subjectiven Wünsche der Gewerb- und Handeltreibenden und,noch mehr, der Spekulanten nach Geld- und Creditvennehrung mögenstets weit darüber hinausgehen. Es ist nur die Frage, ob es Auf-gabe des Staates ist, diesen Anforderungen, im allgemeinen und auchim wohlverstandenen Interesse der Betheiligten selbst, Folge zu geben,ob er die Schranke, welche die metallnen Circulationsmittel (die nurgegen vollen Gegenwerth erworben werden können) der willkürlichenund einseitigen Ausdehnung aller wirthschaftlichen Operationen an-legen, niederreissen soll oder nicht, ob er willkührliche Geldvermeh-rungen oder, was dasselbe ist, Geldentwerthungen gestatten soll, blossweil das Privatinteresse von Banken an dem Zinsgewinn der unge-deckten Noten darauf hindrängt? Wir sollten denken, wenn maneben die verheerenden Folgen übergrosser Coulanz und leichtsinnigerCreditgewährung vor Augen hat, dass die Antwort nicht zweifelhaftsein könne. Ueberfluss an Circulationsmitteln, und noch dazu ankünstlichen, ist ein Danaergeschenk für die wirtksckaftlicke Thätig-keit. Wenn Gewerbe oder Handel bei knapp werdendem Gelde,was stets ein Zeichen verringerter Konsumtion ist, auf Bank-notenkredit hin fortarbeiten, so ist ihnen jede Erkenntniss des rich-tigen Momentes der Einschränkung entzogen. Fortarbeiten über Be-