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Produktion, welclie schon durch das Metallgeld unumgänglicherweiseetwas beeinträchtigt wird, nicht durch dazwischen eingeschobene fiktiveWerthe zu stören. Der damalige Minister von der Heydt (von einergewissen Schroffheit und Willkür abgesehen, einer der grössten Handels-minister dieses Jahrhunderts) nahm aus jenen Erfahrungen des Jahres1848 Veranlassung, jedem später auftauchenden Gesuch um Kreirungvon Darlehnskassenscheinen aufs entschiedenste entgegen zu treten.
Aus nichts wird nichts; der Schein kann nimmer die Funktionendes Wesens erfüllen. Dieses Gesetz, welches die ganze materielle undethische Welt beherrscht, behält auch in der National-Oekonomie volleGeltung. Keine Illusion kann die Banknote zum Geld machen, demwerthlosen Ding Charakter und Wirkung des Werthvollen geben. DieOberflächlichkeit, welche die Banknote in den zahllosen Transaktionendes Verkehrs an die Stelle des Geldes treten und dessen Funktionenerfüllen sieht, mag den Unterschied zwischen beiden verkennen. Alleinwer die wirthschaftlichen Erscheinungen auf ihre einfachste Urformzurückzuführen versteht, wer die Wirksamkeit der Banknote nicht blossmitten im Getriebe des Verkehrs, sondern im Entstehen und Vergehenbeobachtet, dem wird es wie Schuppen von den Augen fallen, under wird kaum begreifen, wie solche Täuschungen den Blick desVolkes noch zu trüben vermögen. Den Vertheidigern der Banknotegeht es mit ihrer Logik wie einem Manne, der sich den Rock schiefzuknöpft, wobei immer oben ein Knopfloch und unten ein Knopfübrig bleiben, die niemals Zusammenkommen.
Unter den Trugschlüssen, wodurch Viele die im Prinzip ver-läugnete Banknote durch eine Hinterthür wieder einzuführen suchen,spielt deren Austausch gegen solide Waar enwechsel die Haupt-rolle. Manche Volkswirthe erklären dies für die allein zu rechtferti-gende Grundlage der Notenemissionen, obgleich sie doch schon sofortzugeben müssen, wie zwischen den verschiedenen Kategorien vonWechseln bestimmte Unterscheidungslinien gar nicht zu ziehen sind,überdies auch Waarenwechsel aus den unsolidesten Operationen her-vorgehen können. Auf solche Subtilitäten lassen sich keine Systemebauen; ihnen kann man das Fundament aller wirthschaftlichen Be-wegung, die Stetigkeit des Werthmaassstabes, nicht Preis gehen.Gelangt man überhaupt, in grossen Fragen, zu subtilen, complicirtenGesetzen, so kann man sicher sein, dass man die richtige Lösungverfehlt hat. Allein die Behauptung, worauf sich jene Vorschlägestützen, als handele es sich, bei der Diskontirung von Wechseln durchNoten, nur um Ersatz Eines Cirkulationsmittels durch ein Anderes,