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lationsmittel nicht ersetzen (dies timt nur die metall-bedeckte Note),sondern vermehren will. Die Nützlichkeit einer Vermehrung derCirculationsmittel ist ja der Cardinalsatz der Notenvertheidiger undder in der Noten-Emission interessirten Banken. Sie wirken somitjenen wohlthäthigen Institutionen, insbesondere den Depositenbankenund dem Checksystem, direkt entgegen, haben deren Einbürgerungin Deutschland entschieden beeinträchtigt, während in England um-gekehrt die ausserordentliche Entwicklung des Check- und Depositen-verkehrs von den Peel’schen Einschränkungen der Notenausgabendatirt. Auch erschweren die Wechsel, Giro’s, Depositen, die Fühlungzwischen Production und Consumtion durchaus nicht, wie die Bank-note, sondern sie bringen diese Operationen umgekehrt in viel engereund direktere Beziehungen zu einander. Die Verschiedenheiten desWechselkurses bewirken überdies auf die einfachste Weise die Aus-gleichungen im Import und Export von Geld und Waaren, insoferndieser wichtige Regulator nicht, wie auch der Discont, durch dasEindringen fictiver Werthzeichen in seiner selbstthätigen Wirksamkeitgestört wird. Eine zweite Function erfüllt der Wechsel noch in derOrganisation des Creditsystems, um Darleihen oder Schulden zu über-tragen oder auszugleichen. Wenn aber ein Wechsel aus rein fictivenBeziehungen hervorgegangen ist, so fällt er dann allerdings voll-ständig in seinem Wesen und seinen Wirkungen mit der ungedecktenBanknote zusammen, welche der Reitwechsel par excellence ist.Wenn aber Reitwechsel und. ungedeckte Noten Zusammenkommen,und dies ist in der Praxis gar nicht zu vermeiden, so bezeichnetdies die höchste Stufe der Zerrüttung des Creditsystems. Es istschwer zu begreifen, wie der Präsident der Preussischen Bank, injener Sitzung des Abgeordnetenhauses im December 1872, gegen dieFinanz- und Reitwechsel zu Felde ziehen konnte, während am Schlussdieses ominösen Jahres nicht weniger als 382 Milk Mark, oder dersechsfache Betrag des gesammten Actiencapitals sammt Staatsein-schuss, in ungedeckten Banknoten, d. h. in gesetzlichen Reitwechseln,umliefen, ja dieser Betrag bis 7. April 1873 sogar noch auf 403 Mil-lionen Mark gesteigert ward. Selbst dem wärmsten Lohredner derPreussischen Bank und des Banknotensystems überhaupt, ProfessorWagner, überschreiten diese Emissionen das, seiner Ansicht nachzulässige Verhältniss zum Capital, um das zwei- bis dreifache. ZwischenWaaren- und Finanzwechseln und zwischen diesen und blossen Reit-wechseln ist übrigens beim besten Willen eine feste Grenze gar nichtzu ziehen und thatsächlich auch, weder von der Preussischen, noch