Nur in einer gleichmässigeren Yertheilung der geistigen und materiellenGüter, d. h. also in höherer intellektueller und sittlicher Bildung derArbeiter, und in einem höheren, ein angenehmeres und menschen-würdigeres Dasein ermöglichenden Antheil an den Früchten gemein-samer Arbeit. Auf diesem Wege schreiten wir aber unausgesetztvoran, indem thatsächlich die, in den Preisen enthaltenen Werth-elemente der Arbeit, in stetem Steigen, der Unternehmer- und Capital-gewinn dagegen im steten Fallen sind. Und dies sind keine Zufälle,auch keine künstlichen Folgen der Arbeiterbewegungen, die den früherlangsameren Schritt nur beschleunigt, leider überstürzt haben. Dassmit der Vermehrung des Gesammtreichthums das Kapital billiger, derArbeitslohn theurer werden muss, beruht auf dem allgemeinen wirth-schaftlichen Gesetze, dass gesteigertes Angebot die Preise drückt,gesteigerte Nachfrage dieselben hebt. So steuern wir mit Naturnoth-wendigkeit auf die Endziele der wirthschaftlichen Harmonie zu. DerOrganismus aber, um in ruhiger Entwickelung zu diesem Ziel zugelangen, wird sich von selbst aus dem Drange der beiderseitigenInteressen entwickeln, wie die seltener und kürzer werdenden Cata-strophen der Arbeitseinstellungen und die immer mehr zu festenFormen gedeihenden Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Ar-beitern deutlich zeigen. In der Organisirung staatlicher Schieds-gerichte wird diese Lösung allerdings nicht gefunden werden, da ihnender Arbeiter instinktmässig ein unbesiegbares Misstrauen entgegen-trägt, während sie für den Arbeitgeber gleich bedenklich erscheinen.So wenig der Staat Waarenpreise, so wenig kann er Lohnsätzeregeln, und so wenig können beide Theile sich dieselben gefallenlassen. Ueberhaupt müssen die Erfahrungen, gerade der letzten kri-tischen Jahre, den Arbeitgeber über die Tragweite des Schadens be-ruhigt, den Arbeiter aber über die Unmöglichkeit aufgeklärt haben,mit Gewaltmaassregeln in die wuchtige Maschinerie des wirthschaft-lichen Organismus, dessen Richtung sich wohl langsam ändern, abernicht plötzlich umkehren lässt, eingreifen zu wollen.
Kommen wir hiernach zu der Bedeutung der modernen socialenBewegung auf spezielle Verschärfung der letzten Krisis und ihrermateriellen und moralischen Nachwirkungen, so erkennen wir darineine traurige Verstärkung der, durch den Aktien- und Banknoten-schwindel verursachten, beziehungsweise gesteigerten ungesunden Be-wegung. Die Arbeiterbewegung hat alle Nachtheile der Krisis ver-stärkt, alle Vortheile, welche in vermehrter Production den Nach-theilen hätten entgegentreten können, abgeschwächt, theilweise ver-