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lung- zu verwenden sein, um Seitens der Gesetzgebung, der Regie-rungen und der Betheiligten alles Mögliche zu thun, was der Wieder-kehr solcher Ereignisse, soweit dies der Natur der Dinge undMenschen nach möglich ist, Vorbeugen, oder sie doch auf ein gerin-geres Maass reduziren kann.
Wo in dieser Beziehung die Hand angelegt werden muss, gehtim Wesentlichen schon aus der Erörterung der Ursachen der Krisehervor. Leider stossen aber die Vorschläge zu künftiger Verhütungin den, bei den lebhaften Umsätzen der Spekulation betheiligten, imStaatsleben sehr einflussreichen Kreisen, oft auf einen sehr unlogi-schen, durch Privatinteressen diktirten Widerstand. Man erkenntdas Uebel an, man kann die Ursachen, wie sie ganz klar vorliegen,nicht wegleugnen, noch weniger in Abrede stellen, dass beschränkendeMaassregeln, rechtzeitig ergriffen, die Ausschreitung zum grossen Theilverhütet hätten. Und dennoch wird sofort über Beschränkung derwirthschaftlichen Freiheit, Bevormundung, Formenwesen geklagt, wennes sich um die einfachsten Nutzanwendungen aus jenen Erfahrungenund Beobachtungen handelt, wenn das Uebel an der klar erkanntenWurzel angegriffen werden soll.
Stabeisens u. s. w. nicht so bedeutend mehr darauf zurückwirken kann. Un-streitig werden aber in vielen Gegenden die Renten der Gruben, Hochöfen, Walz-werke dauernd auf einem etwas niedrigeren Stande bleiben, als bisher, wennauch nicht zum vollen Betrage des Schutzzolls, der durchschnittlich immernur zum Theil seinen Ausdruck in den höheren Eisenpreisen fand. DieseWirkung der Zoflauf hebung ist eine unausbleibliche; sie wird sich indess, wieschon erwähnt, viel milder entwickeln, als man jetzt annimmt, sobald nur erstdie Absatzverhältnisse wieder in normalere Bahnen gelangt sein werden. Undhat nicht z. B. die Aufhebung des Roheisenzolls bereits im Jahr 1874 dengünstigsten Einfluss auf die sich kolossal entwickelnde Bessemer-Stahlindustriegehabt, indem sie ihr den Bezug des englischen Hämat-Roheisens erleichterteund damit ihre Konkurrenzfähigkeit im Auslande verstärkte, wie die steigendeAusfuhr ergiebt? Ueberhaupt wolle man stets den, zur Zeit stattfindendenRückschlag aus der Ueberproduktion von 1872/74, und die Einwirkung der Zoll-herabsetzungen, aus einander halten, da sie nichts mit einander gemein haben.
Ueberhaupt wird das billigere Rohmaterial die schon jetzt konkurrenz-fähigen Zweige zu bedeutend grösserer Ausdehnung ihrer Exporte entwickeln,so dass — von den empfindlichen Verschiebungen des Uebergangs abge-sehen — das in der Eisenindustrie und Eisenfabrikation thätige Gesammt-kapital sich sicherlich nicht vermindern, mit der Zeit sogar steigern wird.Vernichtet wird nur der kapitalisirte Betrag der bisherigen Vertheüerungendes Eisens durch den Zoll, so wie jeder, bei den Aktiengründungen über denWerth bezahlte Kaufpreis; und diese Summen waren volkswirthschaftlieh be-reits vernichtet, als man sie den betreffenden Werken zuführte.