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Deutschlands Volkswohlstand 1888 - 1913 / von Karl Helfferich
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Dabei ist die Arbeitsintensität der Bevölkerunggewachsen. Die Arbeitsleistung des Einzelnen ist allerdingskaum messbar. Man ist hierbei wesentlich auf allgemeineWahrnehmungen angewiesen. Diese bestätigen, dasstrotz der aus sozialen Gründen herbeigeführten, durchauserfreulichen Einschränkung der Arbeitszeit, namentlich in dengewerblichen Berufen die Arbeitsleistung des Einzelnengewachsen ist. Auch die Vergleiche mit anderen Ländernlassen Deutschland als das Land der Arbeit erscheinen. Ineinem Punkte jedoch liegen präzise statistische Daten vor:hinsichtlich der Anzahl der im Haupt- oder Nebenberuf Er-werbstätigen und deren Verhältnis zur Gesamtbevölkerung.Die Berufszählungen der Jahre 1882, 1895 und 1907 habenfolgendes Ergebnis geliefert:

Erwerbstätig waren in Landwirtschaft, Industrie, Handelund Verkehr

1882: 16 203 300 Personen = 35,4% der Gesamtbevölkerung1895: 18 912 400 = 36,4%1907: 24 617 200 = 39,7%

Die enorme Zunahme der deutschen Bevölkerung, undnamentlich ihres erwerbstätigen Teiles, konnte sich nicht voll-ziehen ohne starke Verschiebungen in der berufsständigenSchichtung.

Die land- und forstwirtschaftlich benutzbare Fläche istin einem Lande von alter Kultur, wie Deutschland , keinererheblichen Erweiterung fähig. In Deutschland ist aller-dings noch Neuland in grösserem Umfange zu gewinnen,wenn es gelingt, die in manchen Teilen des Reichs weitausgedehnten Moore der Kultur zu erschliessen. UnserKaiser hat dieser wichtigen Frage eine ganz besondereAufmerksamkeit zugewendet und dieses Interesse am