Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
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^ MW.

Menge bishero/ der gelehrten Welt vor Augen ge-leget haben.

Noch weit mehr aber ist zu bewundern/ daßdie Türkische Nation, welche allemal einen besondern Haß gegenKünste und WMnschafftcn zutragm geschienen / ^ (>- 1728 oder nach TürkischerJahrs Rechnung/ im 1 hosten Jahr/ unter derRegierung ^cKmeck des M-sich entschliesen können/Buchdruckereyen zu ihrer eigenen Sprache aufzurichten/ und solches Beginnen mit allem Eifer undglücklichen Succejs fortzusetzen. Davon zeugen aber/als von einer richtigen Gewißheit/ verschiedene glaubewürdige Nachrichten/ so/ daßwürklich z6 Lehr-Jungen/unter Anführung 8 dieser Kunst wohl erfahrnenGriechen/ in ihrer im 8crrm! angerichteten Buchdruckerey arbeiten / und schon zur ziemlichenfcction darmtt gekominen wären.

Zwar hatte der Groß-Vezier/ welcher desganzen Werks Haupt-l.!rsach und Oirccwr ist / an-sängltch grossen Widerspruch von dem Türkischen Ober-Priester/ oder Mufti / der diese Neuerungfür eine harte Geißel GOttes Mlte / welche nichtnur allein wegen der Lehre ihres Propheten ^3^0-merKs sthr gefahrlich / fondern auch den Unter-thanen desGroß-Sultans hockst fchadlich und nach -theilig fep/ als irgend eine Pest: angesehen bis hie-her in Constantinopel sowohl / als in dem ganzenOttomannischen Reich / wohl eine Million Men-schen sich vom Schreiben genähret/ welche aber bei?solcher Neuerung miteinander an den Bettelstabgerathen/ und folglich dem Groß Sultan zur beschwehrlichen Last gereichen würden. Der Groß-

Vezier aber/ welcher in der ganzen Sache eine weitklügere Einsicht / auch anbey eine grössere Macht undAnsehen hatte / drang mit seinem vortheilhafftenAnschlag durch/ vernichtete die ungegründeten Ein-Wendungen des Mufti, und berief sich fo lang aufdie Zeit / welche den klaren Erfolg dieser nützlichenAnnchtung an den Tag legen wurde. Man hatbereits eimge wohl ausgefallene Proben in Griecht-scher/ Arabischer und Türkischer Sprach den vor-nehmsten Bedienten des Groß-Sultans praclemi-ret/ welche auch felbige wohl aufgenommen/ undnie an dem herrlichen Nutzen derselben gezweiffelthaben/ weilen auf solche Weife die Arabische undTürkische Schrifften in Europa nicht mehr so rarseyn würden / als wie sie bisher gewesen. Es ha-ben auch die Französische ehedem in Constantinopelgewesene Aebte / toui-mom und 8evm, die Ver-sicherung nach Paris überschrieben / daß die alteBtbliothec der Orientalischen Kaysere fast noch ganzverwahrltch aufbehalten würde / und bereits vieleNanuscriM aus dem Griechischen / Arabischen/Persischen und Lateinifchen in die Türkische Sprachübersetzt worden; welche durch öffentlichen Druckbald am Licht der Welt erscheinen/ und die Gelehr-samkeit in dein Ottomannischen Reich ziemlich ver-mehren und befördern würden.

Der Groß-Vezier/ welcher in denen Sprachen/absonderlich aber in der Lateinifchen / ziemlich be-wandert ist/ wird öffentlich gerühmt/ daß er den

lulium d^esarem, (lurtium und ^uliinum in die

Arabische Sprache überfetzt / wie auch nicht min-der das Leben und die Thaten der Türkifchen Kaysere

zusam-