Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
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zustimmen getragen / so in dieser Druckcrey auchheraus kommen / und ans Licht trettcn solte. Da -mit nun darbey / nach dem besorgltchen Vorwewden des Mufti/ keine solche Bücher in TürkischerSprache Mm Druck kommen/ welche dem Alcoranentgegen laussen / so sind vier verständige Mannerdarüber bestellet / und müssen alle Bücher / che sienoch ganzlich heraus kommen / dem Groß-Veziergezeiget werden; der dann / nach Befinden/ seine^probarion darzu gibt/ und anbey den Pretß se-tzet, wie hoch das Buch soll angeschlagen und ver»kaufft werden.

Der Mufti/ welcher nebst seinen Anhängern ge>sehen/ daß sie das Werk nicht zu hindern vermochtten/ entschlosim sich endlich/ demselben nicht mehrzu widerstehen; sondern vielmehr selbst hülflicheHand zu bieten.

Da nun aber ein Mann / der in der Türkey soviel zu bedeuten hat / sich derselben annimmt; soist man nunmehr so weit in dieser Kunst gctom>men/ daß schon würklich ein Türkisches ^exicon,oder Wörter-Buch / und eine dergleichen Qram-mgtica durch den Druck heraus gekommen. Undwas noch mehr / die vornehmsten Bedienten desGroß-Sultans wurden begierig / auch bey ihneneine ^caäemie der Wissenschajften / wie zu Lonsde»/ Paris/ Berlin und Petersburg/ aufzurich»tM/ um dadurch die Literatur bey ihrer Marion inbessern Flor und Aufnahm zu bringen.

Deme zu Folge nun bemühen sich viele angese^hene Türken/ bey diesem Werk einen Ruhm zuver-dienen. Der Türkische LorM zu Wien kaussre viele

orientalische i^nuscriM um einen hohen Pretß/und schickte selbige den: Groß-Vezier zu einem I'rae-lem. Aiibey sandte er einen guten und schicklichenSetzer nacb Lonstanttnopel/ unerachtet selbiger derEvangelifchen Religion zugethan ist. Man schickte6 Türken aus Constanttnovel nach Leiden/ daselbst40 bis 50 LentnerTürtifthe Buchstaben giessen undverfertigen zu lassen/ damit an folchen bey der Drmckerey ja kein Mangel erscheine. Vier vornehluejunge Türken kamen nach Wien / besahen daselbstmit Verwunderung dteKayferliche ilnd dcs Durchl. IPrinzens Ii-uAenil trefflichste LibüotKe^uen/ und Iwar ihr ?rop05, an den vornehmsten Europas schen Hosen / unter andern wohl eingeführten scho -nen Sitten / auch die kluge Einrichtung grosserLibliorKequen in Augenschein zu zähmen; zu wel,chem Ende der Groß-Sultan einem jeden derselbendes Jahrs 6cx)c> Ducaten reichen / und sie darbeymit solchen Bedienten versehen ließ / welche Brie»chtsch/ Türkisch/ Franzosisch und Englisch redeten/auch zum theil der teutschen Sprache kundig waren.

Diß sind nun mir einander klare und unbetrüg/-liche Kennzeichen / daß die Wissenschafften und gur-ten Künste in der Türkey weit starker blühen lver-den/ als bisher geschehen/ und diese Marion, durchdas erlaubte Retsen/ ein grosses Theil ihres barbaerischen anklebenden Wesens vcrliehren werde.

Ehemal wurde dieAnrichtung ermeldcter Buch -druckerev insgesamt nur für ein Angesyinst undWerk des Groß-Veziers gehalten; man sähe abernachgehends würklich/ daß der Türtifche Hof selbstOrdre gegeben / auf dessen Kosten eine erklecklicheh z Menge g