Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
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Menge Gchrifften und andere Notwendigkeiten/welche darbey unentbehrlich geachtet werden/ anzwschaffen/ auch Leute zu verschreiben/ welche in die-ser Kunst eine stattliche Erfahrenheit haben / da.mit man aller Orten und Enden bestehen/ und mitdenen Türtischen Büchern auch eine Ehre aufhebenkönne. Viele mcyncten auch / man werde nicht allein Arabische / Türkische und andere orientalischeBücher zu selM bekommen; sondern es sollten auchFranzösische «vchrtssren darinnen gebraucht/ undgleich von den ersten Jahren an / der Jugend ein besonderer Lust/ neben ihrer Mutter-^prach/ auchzu der letzcrn gemacht werden.

Dieser hohe Befehl blieb auch nicht ohne KKecrund würkliche Befolgung. Denn es kamen kurzeZeit darauf viele Französen von ö/larleiUe zu Wasser nach Eonstantinopel / welche in diese Buchdrwckerey verschrieben worden. Man hat aMr derTürkisch-Französtschen Qrmnm^ica m ^ro wieder^um z Werke aus dieser Türkischen Druckerei) ausgefertiget / welche den Eifer der Türken / diese sonützliche Kunst zur ?crfectiOn zu bringen/ deutlichan den Tag legen/ und/ als emc erste Probe vonihrer Druckerey/ allerdings zu bewundern sind:angesehen solche schon im i7?c>. Jahr allda verferti»ger worden.

Es versichern auch die neuesten Nachrichten/daß von der Zeit an immer mehr Verbesserung andiefer OKcm geschehen / und sollen die Hollandssehen Juden darzu nicht wenig bengctragen haben.Daß aber des seel. Arndts wahres Christenthum/nebst dessen Paradis-Gartlein in die Türkische

Sprache übersetzt/ und wurklich in die Pressegeliefert worden / darüber waltet bey vielenvernünftigen Gemüthern ein starker Zweifel; ob»gleich der Factor besagter Druckerey/ in demver»wichenen Jahr/ solches in Wien hoch versicherte.Glaublicher ist dessen Kel^ion yon einer Türkischen Qr3min3rique, deren Reguln in Latein verfassetsenn sollen. Ware es aber doch / daß die Heil.Schrift/ die Psalmen Davids/ und andere geist»reiche (Schriften sollen in der Türkischen Sprachean das Licht gerretten scyn / oder noch gedrucketwerden: so konnte man gute Hoffnung schöpfen/daß auch das Licht der Göttlichen Erkänntniß indiesem finstern Egypten viele erleuchten/ und nocheme grössere Heerde zu Christi Kirche mögte gefüt>ret werden. Der HERR fördere dieses angefangene Werk zu seines heiligen Namens Ehre / mitvielem Segen / und arbeite dadurch an der Erleua>ttmg so vieler tausend Menschen zu deroselben elvi»gen Wohlfahrt!

O Stambul, merke doch die Zeichen dieser Zeiten!

Erkenne diesen Wink, den dir der Höchste gibt.Verlaß die finstre Nacht: leg ab die Grausamkeiten/

Die du an Christi Reich und Gliedern ausgeübt.GOtt schenkt dir diese Kunst: brauch sie zu seinen Ehre»/

Und gönn der Wissenschafft in deinen Thoren Platz.Laß nicht mehr Mahometh aus deinem Munde hören ;

Nein. Christus sey forthin dein allerbester Schatz.Lauf nicht nach Mccha hin; rühm Christi Creutz , wie Paulus :

Schau Ihn / wie Israel, mit Glaubens-Augen an:So schnaubest du nicht mehr, wie ein verblendter Saulus,

Wie Julianus dort, und andre mehr, gethan.Du aber, grosser GOtt, Beherrscher aller Sinnen!

Send ihnen deinen Geist: gib ihnen Glaubens-Oel;Und laß der Türken Herz dein Vatter-Herz gewinnen:

Ja, mach «u6 diesem Volk ein geistlichs Israel!

Die