Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
Seite
9
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Teutsche Schafften.

XXXIII. Grobe Cicero Fractur.Und ich Hörste eine grosse Stimme/ die sprach im Himmel:Nun ist das Heil und die Krafft/ und das.Reich / und dieMacht unsers Gottes/ seines Christus worden/ weil der ver>worffen ist/dersieverklagetTag und Nachtbor Gott . Undsie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut/und durchdas Wort ihrer Zeugniß/und haben ihr Leben nichtgeliebetbis an den Tod. Darum freuet euch/ihrHimmel/und die dar-innen wohnen.

xxxiv. Eine andere.

HERR/ wie sind deine Werke so groß undviel? Du hastsie alle weislich geordnet/ und die Erde ist voll deiner Güter.Das Meer/ das so groß und weit ist/ da wimmelts ohne Zahl/beyde grosse und kleine Thiere. Daselbst gehen Schiffe/da sindWalisische/ die du gemacht hast, daß sie drinnen scherzen. Eswartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebest zu seinerZeit. Wenndu ihnen giebest/ so sammlen sie/ wenn du deineHand aufthust/so werden sie mit Gut gesättiget. Verdirgestdu dein Angesicht/ so erschrecken sie/ du nimmst weg ihrenOdew/ so vergehen sie/ und werden wieder zu Staub.

xxxv. Noch eine andere.

Was trotzest du denn du Tyrann, daß du kanst Schaden thun?so doch GOttes Güte noch täglich währet. Deine Zunge trach-tet nach Schaden, und schneidet mit Lügen, wie ein scharffScher-messer. Du redest lieber Böses denn Gutes/ und Falsch dennRecht, Sela. Du redest gern alles, was zum Verderben dienet,mit falscher Zungen.

xxxvi. Kleine Cicero Fractur.

Ein jeglicher Rathgeber willrathm/ aber etliche rächen aufihreneigenenNutz. Darum hüte dich für Ratken / bedenke zuvor/ ob esgut scy. Denn er gedenket vielleicht ihm selbst zu rochen / und willdichs wagen lassen. Und spricht / Dl- seyest auf der rechten Bah«/und er stehet gleichwol wider dich/ und merket/ wie es gcrmhen will.

xxxvn. Brevier Fractur.Die Weisheit ist herrliches Adels, denn ihr Wesen ist bey GOtt, undder HErraller Dinge hat sie lieb.Sie ist der heimlicheNath/itiiErkäiint-nis GOttes/ und ein Angeber seiner Werke. Ist Ncichthmn ein köstlichDing im Leben? Was ist reicher denn die Weisheit, die allesschaffer?Thürs aber Klugheit? Wer ist unter allen ein künstlicherer Meister.dennsie ? Hat aber iemand Gerechtigkeit lieb ? Ihre Arbeit ist eitel Tugend,denn sie lehret Zucht.Klugheit/Gcrcchtigkeit und Stärkt/ welche das al-lcrnutzefte sind im Menschenleben. Begehreteiner viel Dinge zu wis-sen, so kan sie errathen beyde was vergangen nndzukünffiig ist, sicverste-het sich auf verdeckte WorttMd weiß die Nütze! aufzulösen Zeiche» undWunder weiß sie zuvorMd wie es zun Zeiten undStuudeu ergehen soll.Ich Habs beschlossen sie mir zur Gespielt» zu nehmen^ denn ich weiß, daßsie mir ein guter Nathgeber sevn wird, und ein Tröster in Sorgen undTraurigkeit.

xxxvm. Grobe Garmond Fractur.

Gott ^rhöre mein Gcbct.und verbirgt dich nicht für meiuemFlehen.Mer'ke auf michMd erhöre micy,wie ich so klaglich zage und l)culc,dasi der Feindso schreyct, und der Gottlose drcnget, denn sie wollen mir einen Tuck bewei-sen, und sind mir hefftig gram. Mein Herz angstct sich in meinem Leibe,und des Todes Furcht ist auf mich gefallen. Furcht und Zittemist mich an-kommen, und Grauen hat mich überfallen.

XXXIX. Eine andere.

Ich höre/ wie mich viele schelten/ und allenthalben schrecken : Huyverklaget ihn ! Wir wollen ihn verklagen ( sprechen alle meine Freunde undGesellen) ob wir ihn übervvrtheilcn/ und ihm bcykommcn möge»/ und unsan ihm rächen. Aber der HErr ist bey mir / wie ein starker Hxld / darumwerden meine Verfolger fallen/ und nicht obliegen/ sondern sollen sehr zuschänden werden/ darum daß sie so thörlich handeln.

XL. Kleine Garmond Fractur.

Auf dich/ HErr/ traue ich/ mein GOt!/ hilff mir von allen meinen Verfolgern/und errette mich. Daß sie nicht wie Löwen meine See! erhaschen/ und ziircKn/nxil kein Erretter da ist. HErr mein GOtt/ Hab ich solches qechan/ und ist Unrechtin meinen Händen; Hab ich Toste vergolten / denen so friedlich mir mir lebten/:>der die/ so mir ohn Ursach fcind warm/ beschädiacr: So verfolge mein Feindmeine Seele/ und ergrciffe sie/ und trelte wem Leben zu Boden/ und lege meineEhre mden Staub/ Sela.

B X7_I.