Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
Seite
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Teutsche Schafften.

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üll. Grobe Mlttel Schwabacher/auf kleine Mittel-Kegel, jDen Sl'tten hat das Hauvt des Gerechten/aber den Mu«d der Gottlosen wird tbr Frevelüberfallen. Das Gedächtnis der Gerechten bleibet im Segen / aber der Gottlosen Namewird verwesen.

uv. Eine andere.

wer weife von Herzen ist / nimmst die Gebe».t?an; der aber cin ^larren-Maul hat/ wird ge-schlagen, wer unschuldig lebet/ der lebet sicher ;wer aber vermehret ist auf seinen Wegen/wird of,fenbar werden.

i.V. Kleine Mittel Schwabacher»

Vl)er mit Augen winket/ wird Mühle inrichtcn / undder cm Narren - Maul hat / wird geschlagen. Des Ge--rechten Mund ist ein lebendiger Brun»/ aber den LNundder Gottlosen wird ihr Frevel überfallen. Haß erreget Ha-der/ aber Liebe decket zu alle Ubertrettungen. In denLippen des VelMndigen findet man Weisheit/ aber aufden Rücken des Narren gehöret eins Ruthe.

I.VI. Grobe Cicero Schwabacher.

Die XVelscn bewahren die Lehre; aber der MarrenLNund ist nahe dem Schrecken. Das Gut des Reichen isteme veste Sradr; aber die Armen machet das Armur blö-de. Der Gerechte braucht seines Gms zum Leben; aberder Gorrloft brauchrseines Einkommens zur Sünde. DieZucht halte«/ isi der XVeg zum Lebeu/ wer aber die Stra-fe »erlast / der bleibet trriZ.

i.vn. Brevier Schwabacher.

Falsche Mattier decke,, Haß/ und wer verleumdet / der ist ein57arr- «^o viel Worte sind / da gehers ohne Sünde nicht ab;wer aber seine Lippen halt/ der ist klug. Der Gerechten Zungeist köstlich Silber / aber der Gottlosen Herz ist nichts. Des Ge-rechten Lippen weiden viel / aber die Narren werden in ihrerThorheic sterben.

I.VIU. Grobe Garmond Schwabacher.

Der Segen des Herrn machet reich ohne Mülie. Lin Narrtreibet Muchwillen/ und hats noch darzu seinen Spott/ aber derMann ist weise/ der daraufmerket. Was der Gottlose fürchtet,das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren /^ daswird ihnen gegeben. Der Gottlose istwie ein Weiter/ dasuber-htn gehet/ und nicht mehr ist; der Gerechte aber bestehet ewiglich.Wie der Essig den Zahnen/ und der Rauch den Augen tbur/ sorhut der Faule denen/ die ihn senden. Die Furcht des HERRNmehret die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden ver-kürzet.

ux. Kleine Garmond Schwabacher.

Das Warten ver Gereckten rvirv Frcuve rvcrven/ aber vcr GottlosenHoffnung rvirv vcrlobren seyn. Der Weg des Herrn ist Ves From-men Troy/ «der die'Ubrlthäter stnv blöde. Der Gerechte rvirv nim.mcrmet-r unigestossen/ aber Sie Gottlosen rvcxvcn mcbt in,A.anve btei,den. Der Mund des Gerechten bringet Weisheit/ aber vas MaulverVermehrtenroird ausgerottet. Die Lippen Vcr Gerechren lehrenheilsam Ding/ aber ver Gottlosen Munv ist verkehret.

1.x. Grobe Petit Schwabacher.

Israel hat dcnnsch GGtt,u,n Trost/ rvcr nur reines Heryens ist- ?ch «der Hütte schiergestrauchelt mit meinen Lessen/ mein Tri» Hütte bcvnahc geglitten. Denn es verdroßmich auffdic Ruhmrütige/ da ich sähe/ dag den Gottlosen so roöl gicng. Denn sie sind inkeiner Fahr des Todes/ sondern stehn vcst rvie ein PaUast. Sic sind nicht in Unglück rvieandere Leute/und rvcrdcn nicht rvie andere Menschen gcplagct. Darum muß ihr troyci,kostlich Ding seyn und ihr Frevel muß rvolgcrhan Kcisscn. Ihre Person brüstet sich rvieein fetter XVanst/sle thmi/rvas sie nur gcdenckcn. Sic vernichten alles/ und reden übel da-von und reden und lasier» hoch her.

I^XI. Colone! Schwabacher.

rv»s sie reden/ da, muß vom Gimmel herab gcrcdr Ks»: w-sft« sagen, das muß gelten aufiLr»den. ivai un, sillcr ihnen ihr psbel zu/ und laussen ilincn zu mir Haussen wietVaiser, und spre-che» : was solre ev>VIT nach jenen frage»/ was solre der Höoifie ihrer achtens Siebe, das linddie Goilloicn/ die sind glück,i elig in der Welt/ und werden reich. Soli» dennumlonlt ser-n/ daßmein Herz unsträfflich lebt/ »nd ich meine Hände in Unschuld wasche; Und bin geplager taglich/und meine Straffe ist alle Morgen da. Zch harre auch schier so gesag-t/ wie fic/»der, siclic/ dainirhätreich verdammet alle deine Rinder/ die je ge>ves<» sind. Zch gedacht- ihn, nach/ dag ichs bc-gr-iffen möchte/ aber «s war mir zu schwer. Li» daß ick) gicng in da» HeiUgchum Gorre», undmcrilcausiScckns,.

I.XII. Nonpareille Schwabacher.

«her du seilest ste auf, «chlüpfrige/und sitzest sie zu Loden, wie werden ste s» plo-zlich Zu Nichte -?Sie gehen »nrcr/und nebinen ein itnde mir Schrecken, wi; ein Trauni/ivenn einer erwachet/ so ma-chest ou/>ZikRX! ibr«:ldi»d-r «radr verschmähet. Aber e-lburmir weh-ii» Herzen/ undstichsmich in ,»einc,Micren/daß ich muß ein Narr sei-n/und nicht» wisse» und muß wie -inTbi-r se»-» vordir.Dennoch bleibe ich ster» an dir/den» du haltest mich bei-meiner rechten Hand/du leitest mich »achdeincmüalh/und ninunestmich endlich »iiliLhrcn an.roenn ich nur dich habe/so frage ich »ich» nochHimmel und «t-rden/wen» mir gleich Leib »n» Se-Iverschniachr/so bistdu doch/SDTlt/allezcir mei-ne» Herzen, Trost und mein TKeil. Senn steHe/ die von dir weichen/werden »mtommen/du dri»«gest um alle/die wider dich hurio. Aber das ist meine Freude/ daßich mich zu «LVlt hal»/undnieine Zuversicht sttztsuf den HlkcrnHltrrn/daß ich verkündige olle dein Thun.

Ko.I.